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Der Euro in Europa

Der Euro in Europa

Der Euro

 

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Noch nie gab es in der Geschichte des Geldes eine so umfassende Veränderung wie die Umstellung der nationalen Währungen zum Euro mit der Unterteilung in 100 Cent am 1. Januar 2002. Logistik wurde zum Zauberwort. Pessimisten sahen finanzielle Super-Gaus und waren, wie schon bei den Millenniums-Feiern, fast enttäuscht, als diese nicht eintrafen.

Seit Münzen geprägt werden, gibt es immer wieder Bestrebungen, Wirtschaftsräume durch einheitliches Geld zu vergrößern. In der griechischen Antike setzte sich schon bald der attische Münzfuß gegen lokale Währungen durch: Jeder Staat, der am überregionalen Handel teilhaben wollte, prägte seine Münzen im gleichen Gewicht und Feingehalt wie die der mächtigen Athener. Im römischen Reich galt der Denar in der ganzen Alten Welt, von Spanien und England bis nach Syrien. In Deutschland fand die endgültige Einführung einheitlichen Geldes erst 1871 statt, nach der politischen Einigung der Fürstentümer zum deutschen Kaiserreich.

Unsere Euro-Einführung war jedoch mit keiner dieser Zusammenschlüsse und Geldreformen vergleichbar. Ganz abgesehen von den noch nie da gewesenen Mengen an umzutauschendem Bargeld lag der größte Unterschied wohl im modernen Geldsystem selbst: Unser früheres Geld war im Grunde ein Versprechen jeden einzelnen Staates, ein nationaler Gutschein. Ohne diese Zusage auf einen Gegenwert war eine Banknote nur noch ein Stück Papier, eine Münze ein recht wertloses Metallstück. Im Grunde ist der Gedanke des "nationalen" Geldes erst im 19. und 20. Jahrhundert mit der Einführung von Kredit- oder Papiergeld, von staatlich ausgegebenen und vom Staat garantierten "Gutscheinen", entstanden. Bis zum ersten Weltkrieg war dies grundlegend anders. Die höherwertigen Münzen trugen den Wert in sich selbst, sie waren genau das wert, was sie - in Gold oder Silber - wogen; Papiergeld war jederzeit in Gold einwechselbar und damit vertrauenswürdig. Niemand konnte diese Münzen abwerten oder für ungültig erklären, sie waren ja durch den Materialwert wie ein kleiner Barren in sich wertvoll. Dies garantierte natürlich eine Akzeptanz weit über ihre nationalen Grenzen hinaus, es handelte sich tatsächlich um "internationales" Geld.

1865 gründeten Frankreich, Belgien, Italien und die Schweiz die Lateinische Münzunion, Griechenland trat 1868 bei. Sie besagte, dass alle Edelmetallmünzen der Mitgliedstaaten in gleicher Größe und gleichem Gewicht geprägt werden und alle Münzen in den Partnerländern gelten sollten. Viele andere Staaten prägten ihre Münzen ebenfalls in gleicher Größe und Feingehalt, ohne dem Vertrag beigetreten zu sein. Das System bewährte sich bis in die Zeit vor dem ersten Weltkrieg. Der Bevölkerung war es gleich, ob sie mit einem goldenen 20-Francs-Stück aus der Schweiz oder Frankreich, mit griechischen 20-Drachmen oder venezuelanischen 20-Bolívares- Münzen bezahlte - Hauptsache, Gewicht und Goldwert stimmten überein und waren durch die staatliche Prägung, das Münzbild, garantiert. Auch alle anderen Goldmünzen wurden als internationale Währung - auch zum Bezahlen von größeren Importen - verwendet. Der Euro hingegen besitzt, anders als das Geld der Lateinischen Münzunion oder anderer früherer Währungszusammenschlüsse, keinen inneren Wert. Er ist modernes Kreditgeld, wie es auch unsere DM-Banknoten waren. Er ist aber auch kein "nationales" Geld mehr, kein Gutschein "unseres" Staates - ein Gedanke, der für viele von uns gewöhnungsbedürftig sein wird. Kaum jemand wird sich in diesem Zusammenhang daran erinnern, dass vor 100 und mehr Jahren Geld - allerdings in Form von in sich wertvollen Gold- und Silbermünzen - immer schon eine internationale Gültigkeit besaß. Die Einführung des Euro und die letzten Ausgaben der 12 ersten Euro-Staaten war Thema einer "Fenster"-Ausstellung, deren illustrierte Broschüre hier heruntergeladen werden kann.

Die letzten nationalen Geldausgaben der Euro-Länder
Seit einigen Jahren laufen in Europa die Prägemaschinen und Banknotenpressen auf Hochtouren, um Euros und Cents zu produzieren. In einigen Ländern prägte man sie mit dem tatsächlichen Prägedatum, in anderen, wie Deutschland, mit dem Ausgabejahr 2002. Die bis zur Umstellung zirkulierenden Scheine und Münzen wurden immer unansehnlicher, neues nationales Geld seit Jahren nicht mehr hergestellt. Nur für Sammler fertigten viele der Euro-Staaten weiterhin prägefrische Münzsätze mit den aktuellen Jahreszahlen bis 2001 an, in den Verkehr kamen diese Stücke nicht mehr. Viele sind aufwendig verpackt, sie werden auch von Nicht-Sammlern als Andenken an die letzten nationalen Geldausgaben erworben. Im Gegensatz zu den Euro-Banknoten, deren Ausgabeland nur Insider anhand der Nummern erkennen können (s.u.), bekamen die Euro-Münzen zumindest vom Aussehen her eine Art nationalen Charakter. Ihr Inneres ist jedoch gleich, wie auch ihr Wert und die Umlauffähigkeit in allen Euro-Ländern. Mit den etwas später ausgegebenen Euros von San Marino, Monaco und dem Vatikan werden weit mehr als 100 unterschiedliche Münzen unserem Geldbeutel einen wahrhaft multikulturellen Anstrich verleihen.

Auf den Inhalt kommt es an!
Die drei kleinsten Werte zu 1, 2 und 5 Euro-Cent bestehen, wie unsere alten Pfennige, aus Eisen, das vor dem Prägen mit Kupfer plattiert wurde, die 10, 20 und 50 Cent aus "Nordischem Gold", einer speziellen Kupfer-Aluminium-Zink-Zinn-Legierung (Cu89Al5Zn5Sn1). Es wurde von den Lizenzgebern dieser Legierung vorgeschoben, durch die Vermeidung des für Münzen weltweit bewährten Kupfer-Nickels solle bei Menschen, die viel mit Geld umgehen, eine Nickelallergie verhindert werden. Tatsächlich ist jedoch bisher weltweit kein Fall bekannt geworden, bei dem Geldzählen diese Allergie auslöste. Wenn die Begründung ernst genommen worden wäre, hätten auch die 1- und 2-Euro-Werte nickelfrei ausgegeben werden müssen.

Cent-Münzen: Nutzlos?
Und wie lange werden wir die 1 und 2 Cent-Münzen behalten? Was kann man schon dafür kaufen? In vielen Ländern, zum Beispiel in Skandinavien, Holland oder sogar Peru, schaffte man so geringe Münzwerte bereits vor langem ab. Auf unsere beliebten 9,99 DM-Preise bräuchten wir deshalb nicht zu verzichten: Erst nach der Addition an der Kasse wird der Betrag automatisch auf- oder abgerundet. Keinem Kunden und keinem Händler entsteht so ein Schaden. In den USA steht inzwischen neben vielen Kassen ein Schälchen mit Centstücken, aus dem man sich für das Cent-Wechselgeld bedienen kann, wenn man will. Niemand zählt es nach. In Finnland verzichtet man jetzt schon auf die Ausgabe und Verwendung der 1- und 2-Euro-Cent-Münzen. Die Prägung der kleinsten Werte kostet heute mehr als ihr Nennwert, ganz zu Schweigen von der Arbeit, die sie verursachen (nicht zuletzt unseren Kassen). Sie existieren im Grunde nur noch aus politischen oder psychologischen Gründen: Wird die kleinste Einheit aus dem Verkehr gezogen, weil sie im Grunde inzwischen wertlos geworden ist, könnte das in den Augen der Bevölkerung nach Inflation aussehen. Warten wir ab, ob uns diesbezüglich die Zukunft eine Erleichterung bringt.

Kennbuchstaben auf den Euro-Banknoten und die Zuweisung zum Euro-Kontingent eines bestimmten Landes
Anders als bei den Münzen sieht man den Euro-Scheinen das Herkunfts- und Ausgabeland nicht an. Nur der Kennbuchstaben vor der Nummer gibt Insidern darüber Auskunft. Tatsächlich spielte das Alphabet eine gewisse Rolle bei der Vergabe der Kennbuchstaben, allerdings sollte kein Land mit "A" bevorzugt werden. Der Buchstabe J ist reserviert für England, das W für Dänemark. In Zukunft wird es wohl so sein, dass nicht das ausgebende Land, sondern die Druckerei ihren Buchstaben verwendet. Die Luxemburger, deren Kontingent in England gedruckt wurde, hätten dann nach dieser Regelung ein J auf den Scheinen - tatsächlich gibt es Fotos oder Entwürfe mit diesem Buchstaben, aus der Zeit, bevor die jetzige Regelung für die Erstausgabe getroffen war. Die einzelnen Länder (Druckereien) sollen dann möglichst jeweils nur einen Wert drucken, Frankreich z.B. nur 100-€-Scheine, dann müssen die Maschinen nicht umgestellt werden. Schon bei der Euro-Ausgabe im Januar 2002 musste Deutschland auf österreichische Noten zurückgreifen (Buchstabe N), sie fanden sich relativ häufig in den Geldautomaten und im Umlauf.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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