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Sammelgefäße

Sammelgefäße

Sammelgefäße

Sammeldosen gibt es sicher mindestens so lange wie Spardosen.
Schon in der vormünzlichen Zeit wurde in den griechischen Tempeln wohl  vorwiegend wertvolle Metalle in besondere Opferdosen gesammelt. Den frühesten schriftlichen Beleg finden wir im Alten Testament im Buch der  Könige (12., 7-12): König Joas ließ neben dem Altar des Tempels in Jerusalem eine Kiste mit Einwurfloch für Opfergaben aufstellen. Sie sollten der Renovierung des maroden Tempels dienen. Solche Opferkästen sind aber keine jüdische Erfindung, sondern haben wahrscheinlich Vorläufer in Ägypten und gehörten, wie Ausgrabungen bezeugen, zum festen und gebräuchlichen Inventar der Tempel im gesamten östlichen Mittelmeerraum.
Äußerlich können viele Sammelgefäße von Spardosen nicht unterschieden werden. Nur ihr Gebrauch unterscheidet sie: Während in einer Spardose Geld für den eigenen Gebrauch "gespart" wird und dem Sparer, ob Privatperson oder z.B. ein Verein, nach dem Öffnen wieder zur Verfügung steht, wechselt das in eine Sammeldose geworfene Geld automatisch seinen Besitzer.
Die meisten Sammeldosen dienen einem sozialen oder religiösen Zweck. Kirchliche Sammelgefäße, Opferstöcke, spezielle Pappdosen oder auch Kollekten- oder Klingelbeutel sind sicherlich die häufigsten (Sammeldosen des Kölner Doms), aber jeder kennt auch die Modellschiffe für den Verein zur Rettung Schiffbrüchiger oder die Dosen für Straßensammlungen. Alle besitzen das, was auch eine Spardose auszeichnet: Eine Öffnung für den Geldeinwurf.
Viele Sammeldosen sind jedoch besonders groß oder schwer oder verfügen über eine besondere Vorrichtung, damit sie nicht entwendet oder aufgebrochen werden können. Man denke nur an die mit schweren Eisen bewehrten Opferstöcke in Kirchen!
In den USA, aber auch in zunehmenden Maße in Deutschland, findet man häufig kleine Sammelgefäße neben den Kassen der Geschäfte. Das eingeworfene Wechselgeld kommt den verschiedensten sozialen Einrichtungen zu Gute. In großem Stil wurden anlässlich der Euro-Einführung zum Jahreswechsel 2001/2002 Sammelgefäße aufgestellt, um ausländisches Kleingeld und "Schlafmünzen" einem sozialen Zweck zuzuführen. In England sieht man große Figuren aus Plastik auf der Straße, sie sammeln für Blindenhunde, den Tierschutz oder "verkrüppelte Kinder".
Blechdosen, mit Henkel versehen, dienen als Sammelgefäße für Straßensammlungen. Pappdöschen werden von Kirchen ausgegeben, in ihnen kann man zu Hause für Missionswerke sammeln.
Heute hat der Zahlschein die Sammeldose in ihrer Bedeutung abgelöst. Aber noch ist eine Kirche ohne Opferstock und Klingelbeutel kaum vorstellbar.

Ausführlicher Text von Dr. Heinrich Loosen, dem Ehrenvorsitzenden der EMBC (European Money Bank Collectors).

Fenster-Ausstellungsbroschüre "Gehet hinaus in alle Welt ...
Die Missionssparbüchse im Wandel" zum Download:  (PDF-Datei; 1,6 MB)


Köln.  Sammeldose eines "Domschweizers". Sperrholz und Messing, um 1995.

Vermutlich Neuss. Sammeldose, auf dem Boden datiert 1745, mit Bild des hl. Quirinus, Schutzpatron von Neuss. Messing, getrieben.

Sammeldose einer öffentlichen Toilette an einer Autobahn-Raststätte mit der Aufschrift: "Vielen Dank für Ihr Toilettengeld Ihr Clean-Team".  Foto: 2001 (noch nicht in der Geldgeschichtlichen Sammlung ...).

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