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ifo-Geschäftsklima trübt sich im März 2018 weiter ein

22.03.2018

Chefvolkswirt der Kreissparkasse Köln: „Stimmungsrückgang bedeutet einen ‚Euphorieabbau‘ und kein jähes Ende des Konjunkturaufschwungs"

Köln, den 22. März 2018
Wie das ifo-Institut heute mitteilte, ist der Geschäftsklimaindex im März 2018 erneut zurückgegangen auf 114,7 Punkte nach 115,4 Punkten im Vormonat. Diese Entwicklung kommentiert Prof. Dr. Carsten Wesselmann, Chefvolkswirt der Kreissparkasse Köln, wie folgt:

„Der sentix-Index und die ZEW-Konjunkturerwartungen haben schon erwarten lassen, dass der ifo-Index ein weiteres Mal sinkt. Ich sehe die Stimmungseintrübung gelassen und werte sie eher als ‚Euphorieabbau‘ und weniger als ein Signal für ein rasches Ende des Konjunkturaufschwungs. Ich bin zuversichtlich, dass sich der Aufschwung 2018 und vermutlich auch noch über weite Teile des Jahres 2019 fortsetzen wird. Allerdings zeigten die Stimmungsindikatoren auch an, dass die Wachstumsdynamik ihren Zenit überschritten hat. Einen skeptischen Blick werfe ich in Richtung USA. Ende dieser Woche werden die Vereinigten Staaten die angekündigten Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte umsetzen. Die Europäische Union und China haben bereits Gegenmaßnahmen avisiert. Auch wenn ich einen breit angelegten Handelsstreit für unwahrscheinlich halte, dürften die Spannungen in nächster Zeit eher zu- denn abnehmen. Das könnte die Wirtschaftsstimmung trüben. Dass Wirtschaft zu 50 % Psychologie ist, wusste bereits Ludwig Erhard. Es bleibt zu hoffen, dass schnell eine diplomatische Lösung gefunden wird."