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ZEW-Konjunkturerwartungen bleiben im Dezember 2016 unverändert

13.12.2016

Chefvolkswirt der Kreissparkasse Köln: „Politische Unsicherheit dominiert weiter das Bild, doch die deutsche Wirtschaft dürfte auch 2017 aufwärtsgerichtet sein"

Köln, den 13. Dezember 2016
Wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) heute mitteilte, blieben die Konjunkturerwartungen im Dezember 2016 wie im Vormonat bei 13,8 Punkten. Diese Entwicklung kommentiert Prof. Dr. Carsten Wesselmann, Chefvolkswirt der Kreissparkasse Köln, wie folgt:

„Die deutsche Konjunktur präsentiert sich erstaunlich robust. Trotz der vielen politischen Unwägbarkeiten blicken die befragten Finanzmarktteilnehmer vergleichsweise zuversichtlich nach vorn. Ich hätte vermutet, dass der Index nach der Trump-Wahl eine spürbare Veränderung der Wirtschaftsaussichten anzeigt. Auch die Ablehnung der Verfassungsreform in Italien, die lähmend auf die Wirtschaftsentwicklung der drittgrößten Volkswirtschaft des Euroraums und eines wichtigen Handelspartners Deutschlands ausstrahlen sollte, hat scheinbar die Stimmung nicht getrübt. Dabei bleibt die politische Unsicherheit auch in nächster Zeit hoch. Vor allem der Ausgang der anstehenden Wahlen in den Niederlanden und Frankreich dürfte mit Blick auf die weitere Entwicklung und die zukünftigen Herausforderungen der Europäischen Union verstärkt im Fokus stehen. Planungssicherheit für die Unternehmen setzt meiner Meinung nach voraus, dass die EU möglichst schnell überzeugende Lösungsvorschläge für die neuen Herausforderungen (Brexit, Stärke der EU-kritischen Parteien usw.) vorlegen kann. Ungeachtet dessen dürfte die deutsche Wirtschaft auch 2017 aufwärtsgerichtet sein, wenngleich das Wachstumstempo niedriger ausfallen dürfte als 2016."