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Rückgang auch bei den deutschen Exportdaten

09.04.2018

Chefvolkswirt der Kreissparkasse Köln: „Der schwache Start in das Jahr 2018 ist kein Vorbote für die nächste Rezession"

Köln, den 9. April 2018
Wie das Statistische Bundesamt heute mitteilte, sind die deutschen Exporte im Februar 2018 gegenüber dem Vormonat um 3,2 % zurückgegangen. Diese Entwicklung kommentiert Prof. Dr. Carsten Wesselmann, Chefvolkswirt der Kreissparkasse Köln, wie folgt:

„Nachdem bereits die deutschen Auftragseingangs- und Industrieproduktionszahlen aus dem Februar enttäuschten, versetzte der Einbruch der Exporte heute einen weiteren Nackenschlag. Ich glaube allerdings nicht, dass die Daten Grund dafür geben, den Kopf in den Sand zu stecken. Die fallenden Stimmungsbarometer in Kombination mit ersten schwächeren harten Wirtschaftszahlen sind keine Vorboten für die nächste Rezession, sondern zeugen lediglich von einer nachlassenden Euphorie, die einer Fortsetzung des Aufschwungs mit etwas gemäßigterem Tempo nicht im Wege steht. Nun ist es wichtig, dass der von den USA ausgehende Handelskonflikt nicht eskaliert. Beim Ausbleiben einer einvernehmlichen Lösung müssen wir uns darauf einstellen, dass sich die Talfahrt der Stimmungsindikatoren fortsetzt. Schlechte Stimmung nährt sich häufig selbst, und es besteht die Gefahr, dass der Aufschwung zum Erliegen kommt, wenn sich mehr und mehr herauskristallisiert, dass über Jahrzehnte aufgebaute internationale Wertschöpfungsketten durch Handelsbeschränkungen gekappt werden. Dies ist jedoch nicht mein Basisszenario. Ich glaube unverändert an eine positive und konstruktive Lösung durch diplomatische Mittel."