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ZEW-Konjunkturerwartungen auf tiefstem Stand seit fast sechs Jahren

12.06.2018

Chefvolkswirt der Kreissparkasse Köln: „Handelsstreit mit den USA und politische Unsicherheit in Italien dämpfen die Stimmung"

Köln, den 12. Juni 2018
Wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) heute mitteilte, sind die Konjunkturerwartungen im Juni 2018 um 7,9 Punkte auf einen neuen Wert von minus 16,1 Punkten gesunken - dem niedrigsten Stand seit September 2012. Diese Entwicklung kommentiert Prof. Dr. Carsten Wesselmann, Chefvolkswirt der Kreissparkasse Köln, wie folgt:

„Die ZEW-Konjunkturerwartungen werden abgeleitet aus einer Befragung von Finanzmarktexperten, und die bewegen sich aktuell in einer sehr schwierigen Gemengelage aus einer an Schärfe gewinnenden Rhetorik im Handelsstreit zwischen den USA und der EU sowie einer undurchsichtigen politischen Lage in Italien. Angesichts dieser Konstellation erstaunt mich der Rückgang des Stimmungsbarometers nicht wirklich. Die Signale einer nachlassenden Wachstumsdynamik mehren sich jedoch. Angesichts der hohen Kapazitätsauslastung sollte dies aber nicht beunruhigen. Es wird immer schwieriger, freie Kapazitäten zu mobilisieren. Das bremst das Wachstumstempo. Hinzu kommen höhere Ölpreise, welche die Kaufkraft schmälern, und zumindest in den USA ein steigendes Zinsniveau, das die Finanzierungsbedingungen der Unternehmen eintrübt. Dennoch bleibe ich zuversichtlich, dass es weiter vorwärts geht, aber eben mit gemäßigterem Tempo."