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ZEW-Konjunkturerwartungen: Erneute Verschlechterung des Ausblicks

10.07.2018

Chefvolkswirt der Kreissparkasse Köln: "Vieles läuft in die richtige Richtung, aber die Risiken nehmen zu."Köln, den 10. Juli 2018

Wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) heute mitteilte, sind die Konjunkturerwartungen für Deutschland im Juli 2018 um 8,6 Punkte auf einen neuen Wert von minus 24,7 Punkten gesunken. Dies ist der niedrigste Wert seit August 2012.

Diese Entwicklung kommentiert Prof. Dr. Carsten Wesselmann, Chefvolkswirt der Kreissparkasse Köln, wie folgt:
„Die gestrige sentix-Umfrage hatte schon erwarten lassen, dass die ZEW-Konjunkturerwartungen zurückgehen. Das Ausmaß der Stimmungseintrübung überrascht mich dennoch. Vermutlich ist es der von den USA ausgehende Handelskonflikt, der kurz vor der Erhebung des Index eine neue Eskalationsstufe erreicht hat. Mit der Veröffentlichung des ZEW-Index verdichten sich einmal mehr die Hinweise, dass die konjunkturelle Dynamik in Deutschland ihren Zenit überschritten hat. Doch es besteht kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Vieles läuft in der deutschen Wirtschaft in die richtige Richtung. Sie bleibt auf Wachstumskurs. Das kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Risiken zuletzt zugenommen haben: Der globale Schuldenstand befindet sich auf einem Allzeithoch, die unilateralen Handelsrestriktionen nehmen zu, die Fragilität der Institutionsstruktur im Euroraum hält an und der Populismus hält Einzug in so manche Regierung rund um den Globus."