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Abwärtstrend beim ifo-Geschäftsklimaindex gestoppt

Chefvolkswirt der Kreissparkasse Köln: „Ein beruhigendes Signal von der Konjunkturfront."

Köln, den 25. März 2019
Wie das ifo-Institut heute mitteilte, ist der ifo-Geschäftsklimaindex im März auf 99,6 Punkte gestiegen. Dies ist der erste Anstieg nach zuvor sechs Rückgängen in Folge.Diese Entwicklung kommentiert Prof. Dr. Carsten Wesselmann, Chefvolkswirt der Kreissparkasse Köln, wie folgt:

„Das ist Balsam auf die geschundene ´Konjunkturseele`. Ich bleibe zuversichtlich, dass sich die Konjunkturerholung in Deutschland und im Euroraum im weiteren Jahresverlauf fortsetzt. Allerdings müssen wir uns darauf einstellen, dass das Wachstumstempo im Vergleich zu 2017 und der ersten Jahreshälfte 2018 merklich niedriger ausfällt. Mich würde es nicht überraschen, wenn das Wirtschaftswachstum 2019 hierzulande zwar über 0,5 %, aber unter 1 % liegt. Die schwächere globale Konjunkturentwicklung belastet die stark exportabhängige deutsche Wirtschaft. Hinzu kommt, dass der sogenannte statistische Überhang auf nahezu 0 % zusammengeschmolzen ist. Dieser misst, inwieweit das Produktionsniveau am Ende eines Jahres über dem Durchschnitt des Jahres liegt. Der niedrige Überhang ´kostet` rund 0,5 Prozentpunkte Wirtschaftswachstum.

Um die Grunddynamik der deutschen Wirtschaft zu erfassen, scheint daher die sogenannte Jahresverlaufsrate das bessere Maß. Hierbei wird die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal in Relation zum entsprechenden Quartal des Vorjahres gesetzt. Diese sollte 2019 über 1 %, aber unter 1,5 % liegen und damit sogar höher ausfallen als im Jahr 2018, als diese nur 0,6 % ausmachte. Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Konjunkturrisiken zuletzt gestiegen sind. Brexit, Handelskonflikt usw. hinterlassen zunehmend ihre Spuren. Dies kommt auch in den schwachen ifo-Werten für das verarbeitende Gewerbe zu Ausdruck. Aktuell stützt der Dienstleistungssektor. Es bleibt zu hoffen, dass die Industrie die Dienstleister mit ihrer Skepsis nicht infiziert."