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Bruttoinlandsprodukt im 3. Quartal 2018 um 0,2 % zurückgegangen

14.11.2018

Chefvolkswirt der Kreissparkasse Köln: „Kein Grund für übertriebenen Konjunkturpessimismus in Deutschland"

Köln, den 14. November 2018
Wie das Statistische Bundesamt heute mitteilte, fiel das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal 2018 um 0,2 % niedriger aus als im Vorquartal. Diese Entwicklung kommentiert Prof. Dr. Carsten Wesselmann, Chefvolkswirt der Kreissparkasse Köln, wie folgt:

„Der Rückgang des Bruttoinlandsproduktes im dritten Quartal kommt nicht überraschend. Sowohl die Daten zum Außenhandel als auch die Industrieproduktionszahlen hatten dies vermuten lassen. Bei der Interpretation der BIP-Daten sollte berücksichtigt werden, dass diese durch Probleme in der Automobilindustrie im Zuge der Einführung eines neuen Messverfahrens verzerrt sind. Die schleppende Zertifizierung hat zu einer deutlichen Drosselung der Kfz-Produktion geführt. Es besteht also keinen Grund, in Konjunkturpessimismus zu verfallen. Bereits für das vierte Quartal deutet sich an, dass die Konjunkturlokomotive wieder Fahrt aufgenommen hat. Von so hohen Wachstumsraten, wie sie 2017 zu erleben waren, müssen wir uns jedoch verabschieden. Die deutsche Konjunktur hat ihren Zenit überschritten. Die Kapazitäten sind nahezu ausgelastet, sodass es schwierig wird, deutliche Wachstumsimpulse zu generieren. Hinzu kommen die auf den Außenhandel dämpfend wirkenden Effekte des zunehmenden Protektionismus. Zudem dürften von Seiten der Ausrüstungsinvestitionen nur schwache Wachstumsimpulse ausgehen. Die vielen Unsicherheitsfaktoren wie der zukünftige finanzpolitische Kurs in Italien, der Fortgang des Handelskonfliktes oder die Ausgestaltung des Brexit drücken auf die Investitionsbereitschaft der Unternehmen. Lichtblick bleibt der private Konsum, welcher von der anhaltend günstigen Beschäftigungssituation und steigenden Einkommen profitiert. Zwischen 1,5 und 2 % Wachstum dürften es in diesem Jahr und im nächsten Jahr wohl werden. Für Deutschland im historischen Kontext keine schlechten Wachstumszahlen."