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Auftragseingang im Dezember 2018 um 1,6 % zurückgegangen

06.02.2019

Chefvolkswirt der Kreissparkasse Köln: „Zu früh für einen Abgesang, aber das Risiko einer weiteren Abwärtsrevision der Wachstumsprognosen nimmt zu"

Köln, den 6. Februar 2019
Wie das Statistische Bundesamt heute mitteilte, ist im Dezember 2018 der Auftragseingang im verarbeitenden Gewerbe gegenüber dem Vormonat um 1,6 % zurückgegangen. Diese Entwicklung kommentiert Prof. Dr. Carsten Wesselmann, Chefvolkswirt der Kreissparkasse Köln, wie folgt:

„Auf den ersten Blick wirken die Daten zu den Auftragseingängen wie Wasser auf die Mühlen der Konjunkturskeptiker. Doch ein genauerer Blick auf das Datenmaterial lohnt sich. Zum einen wurden die Vormonatsdaten deutlich nach oben revidiert und zum anderen sind es vor allem die sehr volatilen Großaufträge, die für den Auftragsrückgang im Dezember gesorgt haben. Rechnet man diese heraus, ergibt sich ein Auftragsplus von immerhin 3,5 %. Für einen Abgesang auf die deutsche Konjunktur ist es daher meiner Meinung nach noch zu früh. Angesichts der hohen Auftragsbestände erscheint mir die Gefahr eines Absturzes des Industriesektors eher gering. Zudem sind die Daten durch einige Sondereffekte verzerrt, so dass Nachholeffekte im weiteren Jahresverlauf stützend wirken sollten. Doch ich will hier nichts ‚schönreden‘: Die Daten unterstreichen einmal mehr, dass der konjunkturelle Höhepunkt hinter uns liegt. Vor dem Hintergrund der an Dynamik verlierenden Weltwirtschaft und der vielen politischen Risiken wird es zunehmend schwer, neue und nachhaltige Wachstumsimpulse zu generieren. Ich wäre nicht erstaunt, wenn die Wachstumsprognosen in nächster Zeit weiter nach unten revidiert werden."