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Europäische Zentralbank lässt Zinsen - zunächst - unangetastet

25.07.2019

Chefvolkswirt der Kreissparkasse Köln: „Kollateralschäden für den Sparer werden immer größer"

Köln, den 25. Juli 2019
Der Rat der Europäischen Zentralbank hat nach seiner heutigen Sitzung bekannt gegeben, den Leitzins (0,0%) und den Einlagensatz (- 0,4%) zunächst unverändert zu belassen. Der Rat gehe davon aus, dass die Zinsen mindestens bis zur ersten Jahreshälfte 2020 auf ihrem gegenwärtigen oder einem niedrigeren Niveau bleiben. Diese Entwicklung kommentiert Prof. Dr. Carsten Wesselmann, Chefvolkswirt der Kreissparkasse Köln, wie folgt:

„Die nahezu im ganzen Euroraum zu beobachtende Schwäche des Industriesektors hat die EZB dazu veranlasst, neue geldpolitische Stimuli in Aussicht zu stellen. Tabuthemen scheint es dabei nicht zu geben. Von einer einfachen Anpassung des geldpolitischen Ausblicks bis hin zu weiteren Senkungen der Leitzinsen oder neuen Wertpapierkäufen steht scheinbar alles zur Disposition. Für den Sparer heißt das, dass er sich wahrscheinlich noch Jahre damit abfinden muss, dass es auf klassische Sicht-, Termin und Spareinlagen keine Zinsen gibt. Die mit der Negativzinspolitik der EZB verbundenen Kollateralschäden für den Sparer werden immer größer. Knapp 2,5 Bio. Euro haben die deutschen Bundesbürger auf Tages-, Giro- und Sparkonten sowie in Termineinlagen zu Nullzinsen geparkt. Angesichts einer Inflationsrate von aktuell rund 1,6 % sinkt die Kaufkraft dieses Geldvermögens jedes Jahr um stattliche 40 Mrd. Euro. Ein langfristiger Vermögensaufbau wie etwa für die Altersvorsorge erfordert daher vom Sparer, sich auch anderen Anlageformen zu öffnen."