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Frühere Ausstellungen

Frühere Ausstellungen

Sonderschau "Das Fenster"

Wenn das kein gutes Omen ist: 1935 finden Arbeiter auf dem Grundstück der Kreissparkasse am Neumarkt römische Spardosen! Sie bieten die Anregung zum Aufbau einer Sammlung von Spardosen, die jedoch im Zweiten Weltkrieg verloren geht. Die Idee lebt in den 1950er Jahren wieder auf: Die Sammlung Geldgeschichte der Kreissparkasse Köln wird mit gezielten Sammlungsankäufen aufgebaut. Sie umfasst heute mehr als 30.000 Objekte aller Epochen und Regionen der Erde.

Die Sammlung beschäftigt sich mit allen Aspekten des Mediums Geld, seiner Geschichte und Kultur. Es gibt kaum ein Thema, das nicht anhand von Geld illustriert und diskutiert werden kann. Die Sammlungsobjekte sind nicht nur beispielhaft für einschneidende Ereignisse in der Geschichte, sondern auch für den Umgang der Menschen miteinander – für ihre Bräuche, Werte, Sehnsüchte und Schicksale.

Bereits seit 1954 geschieht dies in nunmehr 175 Ausstellungen – einem lebendigen Universalmuseum im Kompaktformat. Begleitet und dokumentiert werden die Ausstellungen durch eine Publikationsreihe, die unter dem Namen Das Fenster erscheint. In den acht Wand-Vitrinen schauen wir zurück auf ausgewählte Ausstellungen der vergangenen 60 Jahre. Wir möchten Ihnen damit beispielhafte Einblicke in die vielfältige Welt des Geldes geben.

Die Ausstellung konnte in der Hauptstelle der Kreissparkasse Köln am Neumarkt während der regulären Öffnungszeiten Mo.-Fr. 9:00 - 18:30 Uhr, Sa. 10.00 - 14.00 Uhr besichtigt werden.

175. „Fenster“-Ausstellung der Geldgeschichtlichen Sammlung der Kreissparkasse Köln
"Schneller, höher, weiter… Sport auf Münzen und Medaillen von der Antike bis zur Gegenwart"
Sport in seiner kulturgeschichtlichen Bedeutung und seinen vielfältigen Facetten ist das Thema der 175. Ausstellung der Geldgeschichtlichen Sammlung der Kreissparkasse Köln. Über 200 künstlerisch wertvolle Münzen sowie Medaillen aus Gold, Silber, Porzellan und anderen Metallen zeigen die kulturelle Relevanz des Sports von der Antike bis zur Gegenwart. Dabei sind auf den Exponaten u. a. detaillierte Szenen von verschiedenen Sportarten dargestellt, denn bereits seit der Antike hat die Numismatik eine Vielfalt von Bildmotiven aus dem Sport auf Münzen entwickelt. Die Ausstellung erhält Leihgaben von namhaften Häusern, darunter das Deutsche Sport & Olympia Museum Köln, die Deutsche Sporthochschule Köln, das Museum August Kestner in Hannover und das Akademische Kunstmuseum Bonn, sowie von privaten Leihgebern. Sie wurde eröffnet von Dr. Klaus Tiedeken, Mitglied des Vorstands der Kreissparkasse Köln, am 31.3.2011 in der Kassenhalle der Kreissparkasse Köln am Neumarkt. Den Gastvortrag hielt Professor Dr. Manfred Lämmer als ehemaliger Leiter des Instituts für Sportgeschichte an der Deutschen Sporthochschule Köln. Gianluca Agosta, Referent der Geldgeschichtlichen Sammlung der Kreissparkasse Köln, führte die Besucher mit einem Lichtbildervortrag in die Ausstellung ein. Die Ausstellung ist in der Hauptstelle der Kreissparkasse Köln am Neumarkt vom 1.4.2011 bis Ende 2011 während der regulären Öffnungszeiten Mo.-Fr. 9:00 - 18:30 Uhr, Sa. 10.00 - 14.00 Uhr zu sehen. Wie zu jeder „Fenster“-Ausstellung erschien auch zu dieser 175. Präsentation ein ausführliches und reich illustriertes Heft.

173. "Fenster"-Ausstellung der Geldgeschichtlichen Sammlung der Kreissparkasse Köln "Faszination Arktis - Die Eroberung des Nordpols vor 100 Jahren und die Erforschung des Polargebietes auf Münzen und Medaillen"
Münzen und Medaillen erinnern an die Eroberung des Nordpols vor 100 Jahren „Faszination Arktis“ Ausstellung der Geldgeschichtlichen Sammlung der Kreissparkasse Köln vom 7. Mai bis 25. September 2009 in der Hauptstelle am Neumarkt in Köln Die Ausstellung „Faszination Arktis“ der Geldgeschichtlichen Sammlung in der Kreissparkasse Köln am Neumarkt zeigt rund 400 Münzen und Medaillen aus Gold, Silber und anderen Metallen zum Thema „Arktis“. Auf den Exponaten finden sich sowohl Abbildungen von Pionieren der Arktisforschung als auch Darstellungen von atemberaubenden Expeditionsszenen. Einige der abgebildeten Arktis-Forscher wie Roald Amundsen oder Fridtjof Nansen sind im Laufe der Geschichte zu wahren Helden geworden. Ihnen zu Ehren, aber auch, um dem Interesse der Bevölkerung und der Sammler entgegenzukommen, entwarfen schon zu ihren Lebzeiten Prägefirmen und Künstler Medaillen mit ihrem Abbild, mit dem Bild ihres Schiffes oder anderen Sujets. Dabei spiegelt die Menge der Medaillen, die auf einen Polarforscher geprägt wurde, zugleich dessen Popularität wider. Besonders in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts gab es eine Flut von Medaillen-Emissionen mit ähnlichen Motiven: Serien erschienen zur Entdeckung Amerikas, zur Geschichte der Seefahrt oder der Eroberung Kanadas, wobei viele auch Personen und Szenen zur Entdeckungsgeschichte der arktischen Gebiete zum Inhalt hatten. Bei anderen Stücken handelt es sich um äußerst seltene Medaillen, von einzelnen gibt es weltweit kein zweites Exemplar.

Die in der Kreissparkasse Köln ausgestellte Privatsammlung ist eine der umfassendsten zum Thema Arktis und Polarforschung. Der Sammler baute sie in den letzten 30 Jahren auf, und sie ist keineswegs abgeschlossen. Wie viele Medaillen zu diesem faszinierenden Sujet ausgegeben wurden, ist nicht bekannt: Es gibt (noch) keinen Katalog, dafür echte Forschungsarbeit. Eröffnet wurde die Ausstellung am 6. Mai 2009 von Dr. Klaus Tiedeken, Mitglied des Vorstands der Kreissparkasse Köln. Anschließend führte Thomas Lautz, Leiter der Geldgeschichtlichen Sammlung der Kreissparkasse Köln, die zahlreichen Gäste mit einem Vortrag und einer fesselnden Diaschau in die Thematik der Ausstellung ein. Die Münzen und Medaillen sind bis zum 25. September 2009 in der Hauptstelle der Kreissparkasse Köln am Neumarkt während der Öffnungszeiten (Mo.-Fr 9.:00 -18:30 Uhr, Sa 10.00 -14.00 Uhr) zu sehen. Wie zu jeder „Fenster“-Ausstellung erschien auch zu dieser eine ausführliche illustrierte Broschüre mit Hintergrundinformationen; sie ist als PDF-Datei abrufbar. (Download "Das Fenster 173"PDF-Datei).

Münzen und Medaillen erzählen Geschichten
Die Münzen und Medaillen der Ausstellung „Arktis“ erzählen viele spannende Geschichten, die zum Nachdenken und Nachlesen anregen: Wer hat vor 100 Jahren als erster Mensch den Nordpol erreicht – war es Robert E. Peary oder Frederik A. Cook? Oder gab es nicht schon lange vor den beiden Polarforschern Händler, die aus wirtschaftlichen Gründen in die Polargebiete vordrangen? Fragen, für die sich auch auf den Ausstellungsstücken Antworten finden lassen. „Peary finds North Pole 1909“ (Robert E. Peary, 6. 5. 1856–20. 2.  1920 findet den Nordpol 1909) lautet die Randinschrift einer Silbermedaille des amerikanischen Kunstmedailleurs Joseph di Lorenzo, die zu den besonders schönen Exemplaren der Ausstellung gehört. In der Medaillenmitte hält der Polarforscher Robert E. Peary in einem prächtigen Fellanzug die amerikanische Flagge in Händen, um sie im nächsten Augenblick mit entschlossenem Gesicht in den nördlichsten Punkt der Erde zu rammen. Rechts neben ihm versorgen Expeditionsmitglieder die Schlittenhunde, links hinter ihm arbeiten Männer an einem Iglu. Am Horizont erhebt sich eine haushohe Wand aus ewigem Eis. Die Inschrift und die Szene wirken glorreich – doch hat auch diese Medaille eine zweite Seite, die Zweifel an der Darstellung aufkommen lässt. Der Text dort weist auf einen Konkurrenten hin: „Der frühere Anspruch eines ehemaligen Schiffsarztes löste einen erbitterten Streit aus, der zu Gunsten Pearys ausging“ („A prior claim by a former ship`s surgeon created a bitter controversy which ended in Peary’s favor“), heißt es da. Vor 100 Jahren behauptete nicht nur der Marine-Ingenieur Robert E. Peary, sondern auch der Schiffsarzt Frederik A. Cook, als erster Mensch den Nordpol erreicht zu haben. Beide Abenteurer waren nach Monaten größter Strapazen und Entbehrungen lebend von ihren Expeditionen mit dem Ziel 90° Nord zurückgekehrt – und gierten nun danach, den Ruhm dafür zu ernten. Über Wochen hielten ihre Auseinandersetzungen die amerikanische Öffentlichkeit in Atem: Die Herald Tribune und die New York Times veröffentlichten jeweils die Darstellung ihres unter Exklusivvertrag stehenden Favoriten. Zur Wahrheitsfindung trug der teilweise diffamierende Zeitungskrieg nicht bei, sodass schließlich die National Geographic Society 1910 zwischen den Kontrahenten entscheiden sollte. Die Society kürte Peary zum Gewinner, was nicht verwundert, da sie Pearys Expedition logistisch und finanziell unterstützt hatte. Was vor 100 Jahren nicht eindeutig zu klären war, ist heute mit ziemlicher Sicherheit belegt: Cook wie auch Peary haben den Nordpol um viele Kilometer verfehlt. Historisch gesehen hatte Pearys offizieller Triumph aber eine wichtige Folge: Der Marsch durch das arktische Eis zählte ab dann nicht mehr zu den Pionierleistungen. Das machte den Weg frei für die Poleroberung mit anderen Transportmitteln, z. B. mit einem Zeppelin. Auf einer weiteren Erinnerungsmedaille des Pariser Musée de l’Air, die unter den gezeigten Ausstellungsstücken Seltenheitswert hat, schwebt ein Luftschiff über drei Männerportraits. Sie erinnert an den Italiener Umberto Nobile, den Norweger Roald Amundsen und den Amerikaner Lincoln Ellsworth, die am 12. Mai 1926 gemeinsam den Nordpol überflogen. Unumstritten haben die drei Portraitierten jenen Punkt der Erde tatsächlich zu Gesicht bekommen. Anhand ihrer gesammelten Messdaten konnten sie ihre Route nach der Rückkehr zweifelsfrei belegen. Dass sie die ersten waren, wurde jedoch von dem Amerikaner Richard Byrd bestritten, der behauptete, mit seinem Flugzeug einen Tag vor ihnen den Pol erreicht zu haben – den Beweis blieb er jedoch schuldig. Doch trotz des großen Jubels der amerikanischen und europäischen Bevölkerungen handelt es sich bei diesen und vielen weiteren mutigen Polarforscher nicht um die ersten Männer, die den hohen Norden erkundeten. Schon lange vor ihnen waren – im Schatten der Öffentlichkeit – Händler, die zwar nicht nach Ruhm, aber nach Einkommen strebten, in die nördlichen Polargebiete vorgedrungen. Ab 1670 gründete die Handelsgesellschaft Hudson’s Bay Company Niederlassungen in den arktischen Gebieten Kanadas. Um den dort lebenden Inuit Pelze abzukaufen, gab sie eigene Münzen heraus, deren Werteinheit auf Biberfelle lautete. Die Münzen mit dem eingeprägten Wappen der Handelsgesellschaft sind in der Ausstellung zu bewundern, genauso wie ein dänischer 100- Kronen-Schein von 1953. Dieser zeigt neben einem Hundeschlitten vor der Kulisse der grönländischen Thule-Bucht das Porträt von Knud Rasmussen – ebenfalls einem Pionier der Polarforschung, der zwischen 1912 und 1933 insgesamt sieben Expeditionen in die Länder des Polarkreises von Grönland über Kanada bis Alaska durchführte.


Drei Vitrinen im Eingangsbereich Gertrudenstrasse beherbergten von 2002 bis 2006 die "Fenster"-Ausstellungen. Hier "Das Fenster" 163, Barren als Zahlungsmittel. Diese Vitrinen werden jetzt wieder für die ständige Ausstellung genutzt.

Eine der stimmungsvoll
dekorierten Vitrinen des Themas 163 zeigte Barren als Zahlungsmittel im alten China. Mehr als 50 Sycee genannte Silberbarren wurden hier ausgestellt.

Mit dem Titel "Vom Fenster zu Windows" stellte das 162. "Fenster" im September 2002 die neue Internet-Präsentation des Geldgeschichtlichen Museums der Kreissparkasse Köln vor. Zu ausgewählten Seiten wurden die abgebildeten Objekte - Münzen, Münzwaage, Spardosen u.A. - im Original gezeigt.

Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel, Friedrich Ulrich, 1613 - 1634, Mariengulden 1624, Feinsilber
In seinem Münzedikt vom 8. Dezember 1623 kündigte Herzog Friedrich Ulrich (1613-1634) die Ausprägung von Mariengulden (20 Mariengroschen), Zehn-, Vier-, Zwei- und Einmariengroschen sowie Mattiren (1/2 Mariengroschen) aus unlegiertem Silber an.

Fürstentum Anhalt-Bernburg Victor Friedrich, 1721 - 1765 12 Mariengroschen 1727, Feinsilber Bär auf Burg als „sprechendes Wappen“. Geprägt in Stolberg vom Münzmeister Johann Jeremias Gründler.

Napoleon als Kriegsgefangener auf St. Helena. Niederländische Spottmedaille um 1815 (Bronze, versilbert).

Münze aus Georgien: Abaqa (1265-1282) und Dimitri II., der Ergebene (1271-1289). Dirhem mit Angabe von Jahr und Monat: Rabi' II 680 AH (= Juli 1281).
Über einem kleinen Kreuz das christliche Glaubensbekenntnis: "Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, ein Gott". Silber, Ø ca. 23 mm.

Köln, Erzbistum, Clemens August, 1723-1761
Dukat 1750, NON MIHI SED POPULO (nicht für mich, sondern für das Volk).
"Der Spruch befremdet, wenn man die Zustände im Erzstift betrachtet: Zerrüttete Finanzen, politische Ohnmacht, ungeheure Verschwendung für Hofhaltung, Bauten, Jagd und Günstlinge, dabei kann für das Volk nicht viel Fürsorge übrig geblieben sein. Man wird ja wohl nicht haben andeuten wollen, dass des Kirchenfürsten Vorliebe für das anmutigere Geschlecht keineswegs bei den hochadeligen Damen halt machte, sondern er es nicht verschmähte, auch die bescheidenen Wohnstätten seiner Bürger und die Hütten seiner Bauern zu beglücken."
(Noss, Die Münzen von Köln, 1925).

172. Ausstellung im traditionsreichen „Fenster“ am Neumarkt
Hans Karl Burgeff – Jutta Osten: Zeitgenössische Medaillenkunst in Köln.
Wir kennen heute Medaillen meistens als Preis oder Auszeichnung für verdiente Personen, wie Kriegs- oder Lebensrettungsmedaillen, als Sportprämie oder als Erinnerungsstücke an ein besonderes Ereignis, wie ein Stadtjubiläum. Am bekanntesten sind wohl die Medaillen der Olympischen Spiele. Vielen Entwürfen mangelt es leider an künstlerischer Qualität und Phantasie. Eine ganz eigene Gruppe bilden die so genannten Kunstmedaillen. Sie werden von bildenden Künstlern entworfen, im Modell ausgeführt und oft in nur kleiner Auflage sorgfältig gegossen. Auch sie können natürlich der Ehrung einer Person dienen oder ein Ereignis feiern. Viele Kunstmedaillen wurden jedoch auch ohne einen Anlass oder Auftrag aus einem inneren Bedürfnis heraus geschaffen. Kunstmedaillen sind, wie eine Plastik oder ein Bild, als persönlicher Ausdruck eines Künstlers zu verstehen. Man könnte sie treffend mit „Kunst in einer Hand“ beschreiben. Kunstmedaillen sind meistens nicht geprägt, sondern gegossen. Die Technik des Gießens erlaubt es, Einzelstücke oder kleine Auflagen herzustellen. Gussmedaillen sind gewöhnlich größer als geprägte, sie zwängen den Künstler nicht durch technische Vorgaben wie Reliefhöhe oder die äußere Form ein. Viele Medaillen sind nur einseitig gestaltet oder rechteckig, oft wird dann von „Plaketten“ gesprochen. Kunstmedaillen haben keine richtige Heimat. Man kann sie in Kunstgewerbe- und Kunstmuseen finden. Traditionell werden Medaillen zur Numismatik gezählt und in Münzsammlungen und -kabinetten bearbeitet und archiviert.
Köln und die Medaille
Nach der fast totalen Zerstörung Kölns im 2. Weltkrieg zog der Wiederaufbau der Stadt, besonders der Kirchen, zahlreiche Künstler nach Köln. Das Kunstschaffen in Köln ging durchweg von einem sakralen Ursprung aus. Noch heute sind hier etwa 60 Bildhauer ansässig. und ein Teil des Medaillenschaffens der meisten Kölner Künstler ist auch religiös ausgerichtet. Als prägend bis in unsere Zeit erwiesen sich die Kölner Werkschulen, eine künstlerische und gewerbliche Ausbildungsstätte, orientiert an der Bauhaus-Idee. Architektur, Malerei, Plastik und später auch Graphik wurden hier gelehrt. Von den Bildhauerlehrern und ihren Schülern, insbesondere von dem renommierten Professor für Bildhauerei, Ludwig Gies (1887-1966), gingen nach 1945 die Impulse für die Kölner Kunstmedaille aus. 1968 übernahm Karl Burgeff, der als Meisterschüler von Gies am stärksten für die Medaille inspiriert worden war, als Professor die Bildhauerklasse der Werkschulen, die 1972 in die Fachhochschule für Kunst und Design überführt und nach der Emeritierung von Karl Burgeff 1993 endgültig geschlossen wurden. Karl Burgeff gilt als einer der wichtigsten und kreativsten Bildhauer und Medaillenschaffenden des 20. Jahrhunderts, sein Œuvre umfasst mehr als 200 Kunstmedaillen. Burgeff verstarb 2005, er hätte 2008 seinen 80. Geburtstag gefeiert. Jutta Osten vollendete im Februar ihr 90. Lebensjahr. Die Bildhauerin, Grafikerin und Medailleurin studierte in Dresden, Berlin, Prag und Düsseldorf, Anfang der fünfziger Jahre dann unter Ludwig Gies und Joseph Jaekl an den Kölner Werkschulen. Von 1949 bis 1980 arbeitete sie als Kunstpädagogin am Kölner Hildegard-von-Bingen-Gymnasium. Unter den fast 150 Medaillen von Jutta Osten finden sich viele mit religiösen Bezügen. In der Ausstellung kommt es zu einem spannenden Dialog zwischen den Werken dieser beiden wichtigen Vertreter der Kölner Medaillenkunst. Sie wurde 2008 mit einem Festvortrag von Dr. Wolfgang Steguweit, dem stellvertretenden Leiter des Staatlichen Münzkabinetts am Bode-Museum in Berlin und Gründungsvorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst, eröffnet. Die rund 200 Exponate stammen vom Oberschlesischen Landesmuseum in Ratingen-Hösel, dem Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, der Geldgeschichtlichen Sammlung der Kreissparkasse Köln sowie von privaten Leihgebern wie Dr. Beate Thiemer, Dr. Jürgen Baur, Tyll Kroha und weiteren Sammlern und Liebhabern moderner Medaillenkunst. Wie zu jeder „Fenster“-Ausstellung der Kreissparkasse Köln bietet ein Begleitheft auf 24 reich bebilderten Seiten Hintergrundinformationen; es wird kostenlos versandt oder kann als PDF-Datei aus dem Internet heruntergeladen werden. (Download "Das Fenster 172", PDF-Datei)

Das 171. Thema der traditionsreichen Ausstellungsserie "Das Fenster":
Gewogen und (nicht) zu leicht befunden.
Kölner und bergische Münzwaagen und andere Münzprüfgeräte.
Um auszuschließen, dass von einer Münze wertvolles Metall abgefeilt worden war oder dass es sich gar um Falschgeld handelte, benötigte früher jeder Kaufherr und Geldwechsler zur Kontrolle eine eigene Münzwaage. Köln war im 16., 17. und 18. Jahrhundert eines der wichtigsten Zentren der Münzwaagen-Herstellung. Die älteste der etwa 250 in der Ausstellung in der Kreissparkasse gezeigten Waagen – eine Leihgabe des Kölnischen Stadtmuseums – stammt aus der Zeit um 1560, sie wurde von einem Meister Thomas von Dortman gefertigt. Die filigran gearbeiteten Waagen lagen in hübschen, eigens dafür gefertigten Holzkästchen, die auch Fächer für die münzähnlich geprägten Gewichte aufwiesen. Der Waagekasten enthielt jedoch keine Gewichte in Unzen, Gramm oder Lot, sondern für jede gängige Goldmünze jeweils ein eigenes Gewicht, manchmal auch Gewichte für das Silbergeld. Die große Anzahl von Gewichten – in der Ausstellung befindet sich eine Waage von 1619 mit 62 Gewichten – spiegelt die vielen unterschiedlichen Goldmünzen wider, die im Rheinland umliefen. Für die Genauigkeit der Waagen und Gewichte bürgte der Waagemachermeister mit seinem in den Deckel geschriebenen Namen. Die Adressen lesen sich wie ein frühes Kölner Telefonbuch. Auffallend viele frühe Meister nennen ihren Herkunftsort, wie Tönis von Medtman, Arndt von Langenberg, Rutger von Essen oder Arnold von Bochum. Viele sind nur durch ihre signierten Produkte bekannt. Einer, der durch seine Waage ebenfalls in der umfassenden Ausstellung vertreten ist, war Tönnes von Aachen. Als Eichmeister der Stadt war er auch verantwortlich für die Produkte der anderen Meister. Ob er falsch eichte oder nur Kölscher Klüngel im Spiel war: 1655 wurde er wegen Unregelmäßigkeiten durch den Rat der Stadt abgesetzt. Nach 1750 verlagerte sich die Münzwaagenherstellung in das Bergische Land und die Grafschaft Mark. Die Waagenkästen wurden einfacher, die Gewichte nicht mehr geprägt, sondern nur mit den Namen der Münzeinheit beschriftet. Eine große Anzahl von Waagen wurde in Familienbetrieben gefertigt und wie die Kölner Waagen mit Namen und Wohnort versehen. Ein besonderes Kapitel der Ausstellung in der Kreissparkasse widmet sich den Waagen, die für den Export hergestellt wurden. Manche sind in Bremen geeicht oder für die Frankfurter Messe gefertigt, andere beinhalten spezielle Gewichte, z. B. runde, die im Bergischen sonst nicht üblich waren. Ein Kölner Händler klebte sogar seine eigenen Etiketten über die der bergischen Hersteller. Der technische Fortschritt im 19. Jahrhundert machte auch vor den Münzwaagen nicht Halt. Besonders in England wurden trickreiche Schnellwaagen in großer Menge hergestellt, mit ihnen konnte man auch die Dicke und Größe der Münzen kontrollieren. Die letzte Waage, die nach diesem Prinzip arbeitete, stammt aus den fünfziger Jahren, um 1-, 2- und 5-DM-Stücke auf Echtheit zu überprüfen. Ein Begleitheft zu der Ausstellung bietet auf 24 reich bebilderten Seiten Hintergrundinformationen; es wird kostenlos versandt oder kann als PDF-Datei heruntergeladen werden (Download "Das Fenster 171", PDF-Datei).

Die Geldgeschichtliche Sammlung der Kreissparkasse Köln zeigte vom 12.05.2007 bis 29.09.2007 als 170. Thema der Ausstellungsserie "Das Fenster":
Münzen sammeln.
50 Jahre Rheinische Münzfreunde
50 Jahre Kölner Münzfreunde
Vor 50 Jahren schlossen sich Kölner Sammler zu einer Interessengemeinschaft zusammen und gründeten die „Kölner Münzfreunde“. Fast gleichzeitig etablierte sich mit den „Rheinischen Münzfreunden“ ein Dachverband aller regionalen Vereine. Das Sammeln von Münzen ist vermutlich fast so alt wie die Münze selbst. Die Zusammensetzung von Münzfunden aus römischer Zeit lassen vermuten, dass es sich um Sammlungen handelte. In der Barockzeit gehörte es besonders bei den Fürsten zum guten Ton, Münz- und Medaillensammlungen anzulegen. Im 19. und 20. Jh. gab es auch unter den „Bürgerlichen“ viele gebildete Sammler, die nicht nur Münzen sammelten, ordneten, archivierten und so vor dem Einschmelzen bewahrten, sondern auch wichtige Forschungsergebnisse im Bereich der Numismatik publizierten. Genannt sei allen voran der Kölner Ferdinand Franz Wallraf. In der Mitte des 20. Jh. avancierte das Sammeln von Münzen schließlich zum „Volks-Hobby”. In der Ausstellung werden überschaubare Sammelgebiete rheinischer Sammler vorgestellt sowie Beispiele gezeigt, wie solche Sammlungen präsentiert werden können. „Siegburg auf Medaillen nach 1945“ erinnert an die 2003 erfolgte Fusion der Kreissparkasse Köln mit der Kreissparkasse in Siegburg, die für viele Medaillenausgaben verantwortlich zeichnete. An „Frauenportraits auf Medaillen der Renaissance“ können Haartrachten und Mode vor 500 Jahren bewundert werden. „Kolumbus auf Münzen“ zeigt die Entdeckung Amerikas, und „Eisen, ein ungeliebtes Metall“ stellt das Material vor, das schon mal gegen Gold eingetauscht wurde, und aus dem auch unsere Centmünzen bestehen, wenn sie auch nicht so aussehen. Ein besonderes Anliegen ist es, zu zeigen, wie interessant und auch lehrreich die Beschäftigung mit Münzen sein kann, ohne dass sie notwendigerweise zum teuren Hobby ausarten muss. Die Sammlung eines Schülers zum Thema „Tiere auf Münzen“ erlaubt einen Einblick in die Zoologie und gleichzeitig eine Reise um die Welt – vom Taschengeld. Der Versuch, die Finanzen aufzubessern, führte im 17. Jh. zu alchimistischen Experimenten, an denen sich Friedrich I., Herzog von Sachsen-Gotha-Altenburg (1675-1691), sogar persönlich beteiligte – leider vergeblich, die Herstellung von Gold gelang auch ihm nicht. Immerhin wurden die Versuche und die damit zusammenhängenden Betrügereien auf Münzen und Medaillen der Zeit überliefert – ein durchaus aktuelles Thema. Ein reich bebildertes Begleitheft gibt Hintergrund-Informationen; es wird kostenlos versandt oder kann als PDF-Datei aus dem Internet heruntergeladen werden (Download "Das Fenster 170" als PDF-Datei).

Vom 26. 10. 2006 bis 27. 4. 2007 zeigte die Kreissparkasse Köln als 169. Thema in ihrer traditionsreichen Ausstellungsserie „Das Fenster“:
„Die Götter Roms und der Weg zum Christentum“
In einer Zeit, in der die Religionen wieder eine zunehmend größere Rolle spielen, zeigt die Ausstellung mit mehr als 600 wertvollen antiken Münzen die Vielzahl und Vielseitigkeit der Göttinnen und Götter des römischen Weltreichs. Sie präsentiert sich in großen neuen „Fenster“- Vitrinen in der Kassenhalle der Kreissparkasse und ist geöffnet während der Kassenstunden: Mo-Fr 9.00 bis 18.30, Sa 10.00 bis 14.00 Uhr. Die frühen Römer hatten die griechischen und etruskischen Götter mit ihren zum Teil recht menschlichen Eigenschaften übernommen. Aus Syrien, Thrakien, Ägypten und anderen eroberten Provinzen wurden lokale Gottheiten in den römischen Götterkanon integriert. Die religiöse Toleranz mit ihrer Göttervielfalt blieb entscheidender Faktor für den Aufbau des römischen Weltreichs. Einige dieser „fremden“ Götter, besonders solche aus Ägypten, erreichten eine große Bedeutung im ganzen Reich. Isis, die ägyptische Gottesmutter, Himmelskönigin und Bewahrerin von Recht, Sitte und Gesundheit, wurde bald zu einer Universalgottheit, der auch in Köln viele Altäre gewidmet waren. Auf Münzen ähnelt sie verblüffend späteren Mariendarstellungen. Auf den römischen Münzen wurden häufig Gottheiten abgebildet, um göttliche Gunst für den Staat und den Kaiser zu erflehen, aber auch, um den engen Bezug des Kaisers zu den Göttern allgemein bekannt zu machen - Münzen waren das einzige in großen Mengen hergestellte und weit verbreitete Medium, sie dienten besonders unter den Römern als wichtiges Propagandamittel. So sieht man auf einer Bronzemünze Jupiter in Gestalt eines Adlers, der Kaiser Hadrian ein Zepter bringt. Deutlicher kann dem Volk das „gottgewollte Kaisertum“ kaum vermittelt werden. Den letzten Teil der Ausstellung in der Kreissparkasse bilden die Münzen aus dem 4. Jh., erstmals mit Bezügen zur monotheistischen christlichen Religion. Der Einführungsvortrag wurde von Herrn Dr. Rainer Pudill gehalten. Er verfasste auch das reich bebilderte Begleitheft, das wichtige Hintergrundinformationen zum Thema bietet; es wird kostenlos versandt oder kann als PDF-Datei aus dem Internet heruntergeladen werden (Download "Das Fenster 169" als PDF-Datei, 2,275 MB). Für besonders Interessierte wird auch eine Literaturliste zum Thema bereitgestellt (Download "Literaturliste zum Fenster 169", Word-Datei, 31 KB).

Die bis Ende September gezeigte 168. "Fenster"-Ausstellung
Von feinem Silber - der Versuch, mit gutem Geld schlechtes zu verdrängen
(siehe "Frühere Ausstellungen") wird bis November 2007 im Museum „Alte Münze“ in Stolberg/Harz gezeigt. Auch zu dieser 168. „Fenster“-Ausstellung in der Hauptstelle der Kreissparkasse Köln erschien eine reich illustrierte 28-seitige Broschüre, die wichtige Hintergrundinformationen liefert. Sie wurde verfasst von dem bekannten Numismetallurgen und Chemiker Dr. Eberhard Auer und kann ebenfalls kostenlos bei der Kreissparkasse bezogen oder als PDF-Datei abgerufen werden (Download "Das Fenster 168" als PDF-Datei, 4 MB).

Die Geldgeschichtliche Sammlung der Kreissparkasse Köln zeigte vom 29. März bis 20. September 2006 als 168. Ausstellung in der Reihe "Das Fenster":
Von feinem Silber
Der Versuch, mit gutem Geld schlechtes zu verdrängen.
Die Geldgeschichtliche Sammlung der Kreissparkasse Köln zeigte die größte und umfassendste Sammlung zum Thema „Münzen aus Feinsilber“, die bisher zusammengetragen wurde. Die Großzahl der 650 ausgestellten Münzen und Medaillen stammte aus dem 17. und 18. Jh. Allen gemein war das Material: reines, nicht mit Kupfer legiertes Silber. Ursprünglich stellte jede Münze einen kleinen standardisierten Edelmetall-Barren dar, der Münzwert entsprach dabei dem Metallwert. Silber und Gold wurden so rein wie technisch möglich ausgeprägt. Bald erkannten die Herrscher, dass durch die Beimengung von Kupfer bei gleichem Gewicht und Aussehen viel Silber gespart werden konnte. Dem dadurch sinkenden Wert der Münze begegneten sie mit weiter sinkendem Silberanteil. Anfang des 17. Jh. erreichte diese Spirale der Geldvermehrung mit den "Kippern und Wippern" einen vorläufigen Tiefpunkt. Als Reaktion auf die schamlose Münzverschlechterung führte 1623 Friedrich Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel Münzen aus Feinsilber ein, die wegen der Weichheit des Materials auch von Laien geprüft werden konnten – tatsächlich finden sich unter den Feinsilbermünzen viele verbogene Exemplare. Andere Fürsten folgten dem guten Beispiel, Feinsilber konnte sich aber nicht allgemein durchsetzen. Meist waren diese Münzen durch die Bezeichnung wie „Von feinem Silber“ besonders gekennzeichnet. Aber es gab auch „schwarze Schafe“ unter den Münzherren, die sich nicht an diese Angabe hielten und dennoch Kupfer untermischten. Zu groß war die Versuchung, durch Kupferzusatz den Münzgewinn zu erhöhen. Für Länder mit eigenen Silbervorkommen wie Braunschweig-Lüneburg, Stolberg oder auch das Herzogtum Berg war es sogar billiger, Münzen aus Feinsilber in Umlauf zu geben, als dem Silber einen Kupferanteil zuzusetzen oder es als Barren zu verkaufen. Dennoch blieben Münzen aus reinem, unlegiertem Silber auch dort immer die Ausnahme. Ein spezieller Abschnitt der Ausstellung in der Kreissparkasse widmete sich besonders schön gestalteten Feinsilbermünzen und Medaillen, die im 18. Jh. aus Prestigegründen geprägt wurden. Viele nennen den Namen der Grube, aus der das Silber stammt – Wildberg im Oberbergischen oder die Sauerländer Silberminen des Kölner Erzbischofs Clemens August – und zeigen prächtige Bergwerksmotive. Heute hat Nickel und anderes unedles Metall überall auf der Welt das Silber aus den Geldbörsen verdrängt. Zu dieser 168. „Fenster“-Ausstellung in der Hauptstelle der Kreissparkasse Köln erschien eine reich illustrierte 28-seitige Broschüre, die wichtige Hintergrundinformationen liefert. Sie ist verfasst von dem bekannten Numismetallurgen und Chemiker Dr. Eberhard Auer und kostenlos bei der Kreissparkasse zu beziehen oder als PDF-Datei abrufbar (Download "Das Fenster 168" als PDF- Datei, 4 MB) .

Von Oktober 2006 bis November 2007 wird diese Ausstellung im Museum „Alte Münze“ in Stolberg/Harz gezeigt.

Die Geldgeschichtliche Sammlung der Kreissparkasse Köln zeigte vom 20. Oktober bis 25. März 2006 als 167. Ausstellung im "Fenster":
Schachern um die Macht
Napoleon und seine Zeit auf Münzen und Medaillen.
Wohl kein Herrscher hat die politische Landkarte der Welt stärker verändert als Napoleon Bonaparte, der Kaiser der Franzosen. Als überlegener Stratege gewann er Schlachten, er setzte Mitglieder seiner Familie als Könige und Herzöge ein und organisierte die Verwaltungen Europas um. Auch das Rheinland und Köln haben Napoleon mehr zu verdanken als die Zuckerrüben und die Konservendose. So erließ Napoleon 1805 das „Brumaire-Dekret“, die erste Kölner Schulverfassung und Rechtsgrundlage des Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds. Diese Zusammenfassung von 270 einzelnen Stiftungen zum Wohl der Bildung, die Kölner Persönlichkeiten seit dem 15. Jh. eingerichtet hatten, ist heute noch aktiv. In der Ausstellung wurden neben der Original-Urkunde auch Medaillen als Preise für Schüler des "Collége de Cologne" gezeigt, darunter das wohl einzige erhaltene Exemplar in Gold. Die Geschichte Napoleons, sein Aufstieg im Italienfeldzug, die Invasion in Ägypten 1798, seine Wahl zum Ersten Konsul und 1804 zum „Kaiser der Französischen Republik“, seine Schlachten, Siege und schließlich Niederlagen, seine Verbannung nach Elba und seine Gefangenschaft auf St. Helena wurden in der Ausstellung der Geldgeschichtlichen Sammlung der Kreissparkasse Köln anschaulich dargestellt. Gezeigt wurden fast 500 Medaillen, Münzen und Dokumente der mehrere tausend numismatische Objekte umfassenden Napoleon-Sammlung des verstorbenen Kölners Dieter Schwering. Nach der Ausstellung - vermutlich im Herbst 2007 -  soll sie seinem Willen gemäß zu Gunsten der „Emmaus-Gemeinschaft in Köln“, einer überkonfessionellen Selbsthilfegruppe ehemals sozial benachteiligter Menschen, versteigert werden. Wie zu den 166 früheren Ausstellungen im traditionsreichen „Fenster“ gab die Kreissparkasse Köln auch zu dieser eine kostenlos erhältliche reich illustrierte Broschüre heraus, die Zusatzinformationen zu Napoleon, seiner Zeit, seinen Münzen und Medaillen bietet. Die Schrift kann auch als PDF-Datei heruntergeladen werden (Download "Das Fenster 167" als PDF- Datei, 779 KB).

Die Geldgeschichtliche Sammlung zeigte vom 26. April bis 18. Oktober 2005 als 166. Ausstellung im "Fenster":
Georgien
Geld aus einem christlichen Land zwischen Orient und Okzident.
Die Ausstellung im "Fenster" der Kreissparkasse Köln zeigte etwa 200 zum Teil hochseltene Gold- Silber- und Kupfermünzen aus 2500 Jahren georgischer Geschichte. Die Leihgaben wurden ausgewählt aus den umfangreichen Sammlungen von Reinhard Hüther und Anja und Klaus Bronny. Anlässlich des Weltjugendtages in Köln wurde in dieser Ausstellung eins der ältesten christlichen Länder vorgestellt, das aller Fremdherrschaft durch die Jahrtausende trotze und bis heute seine eigene Sprache und Kultur bewahren konnte. Der Kaukasus ist ein Gebiet im Umbruch. Nach den Wahlen im Frühjahr 2004 übernahm in Georgien eine junge Partei die Regierung. Sie setzt die vor 13 Jahren begonnene Annäherung an Westeuropa fort und strebt langfristig sogar die Mitgliedschaft Georgiens in der Europäischen Union an. Schon vor 2500 Jahren prägten Griechen die ersten Münzen für ihre Handelsplätze in Georgien, dem Land des Jason und der Argonautensage. Das strategisch und handelspolitisch wichtige Gebiet zwischen dem Schwarzen und Kaspischen Meer wurde in den folgenden Jahrhunderten immer wieder von Römern, Sasaniden, Arabern, Seldschuken, Mongolen, Persern, Osmanen und zuletzt von den Russen besetzt. Sie alle hinterließen ihre Spuren, die sich in den wechselvollen Münzausgaben widerspiegeln. Auf georgischen Münzen kommen 11 verschiedene Schriftarten vor, von Griechisch, Arabisch, Russisch bis zur chinesisch-mongolischen P’ags-pa-Schrift. Sie zeigen die ethnische und kulturelle Vielfalt des christlichen Landes. Georgien ist neben Armenien das älteste Land mit einer christlichen Staatsreligion. Von besonderem Interesse sind daher die Münzen aus der Zeit der mongolisch-ilkhanidischen Besatzung, die zwischen 1260 und 1357 nicht nur mit ihrem feinen Stempelschnitt und ihrer kalligraphischen Gestaltung einen Höhepunkt mittelalterlicher Münzkunst erreichen, sondern auch über einem kleinen Kreuz auf Arabisch das christliche Glaubensbekenntnis nennen: "Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, ein Gott". Die Banknoten- und Münzausgaben der seit 1991 unabhängigen Republik Georgien greifen historische Themen und Motive auf. Die christliche Geschichte des Landes, die uralten Kirchen und Klöster, stehen dabei im Mittelpunkt. Die 24-seitige, reich illustrierte Broschüre, die kostenlos ausgegeben wird, beleuchtet die Hintergründe der Geschichte und der Münzausgaben Georgiens und steht auch im Internet als PDF-Datei zum Ausdrucken zur Verfügung (Download des Heftes "Das Fenster 166" als PDF-Datei, 682 KB) .

165. Ausstellung "Das Fenster",  vom 16. September 2004 bis März 2005:
Gold, Geld und Ehre ...
Kölner Museen gratulieren zum goldenen Jubiläum.
Die Kreissparkasse Köln leistet seit nunmehr 50 Jahren mit ihren geldgeschichtlichen Ausstellungen "Das Fenster" einen kontinuierlichen Beitrag zur Kölner Kultur- und Museumslandschaft auf dem Gebiet des Geldes. Mit Gold, dem Symbol für Beständigkeit, feierte "Das Fenster" sein goldenes Jubiläum. Gezeigt wurde eine Ausstellung wertvollster Goldmünzen aus dem Besitz Kölner Museen. Vor 50 Jahren, im September 1954, eröffnete die Kreissparkasse Köln in einer eigens dafür eingerichteten Vitrine die erste Ausstellung zur Geschichte des Geldes. Seitdem wurden in diesem "Fenster" schon 165 Ausstellungen zu den unterschiedlichsten Themen rund ums Geld durchgeführt. Neben der seit 1988 bestehenden Dauerausstellung in der Kassenhalle sind diese Sonderausstellungen mit ihren Begleitbroschüren eine viel beachtete Einrichtung. Für das Jubiläums- "Fenster" der Kreissparkasse öffneten die Kölner Museen ihre Tresore und stellten ihre Goldmünzen und -medaillen zur Verfügung. Viele dieser prächtigen und seltenen Gepräge werden aus diesem Anlass zum ersten Mal öffentlich gezeigt. Einen Schwerpunkt bildeten 60 Gold-Gepräge der Erzbischöfe und der Stadt Köln vom Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert, die im Kölnischen Stadtmuseum verwahrt werden, einen zweiten vorwiegend römische Münzen aus dem Besitz des Römisch-Germanischen Museums. Darunter befand sich eine Gruppe Goldmünzen des Kölner Kaisers Postumus, der sich 260 gegen Rom auflehnte, und eine Reihe ebenfalls hoch seltener Münzen der Langobarden und der Merowinger aus dem 6. und 7. Jahrhundert. Eins der Goldstücke wurde in einem Grab in Köln-Müngersdorf gefunden, im Mund einer 40-jährigen Frau. Es sollte ihr als Obolus für den Fährmann der Unterwelt dienen. Eine andere Goldmünze zeigt das Porträt der Kaiserin Agrippina, der Stadtgründerin Kölns, durch einen Meißelhieb entstellt. Ihr Sohn Nero hatte sie ermorden und ihr Bild auch auf Münzen auslöschen lassen. Das Deutsche Sport- und Olympiamuseum steuerte der Ausstellung olympisches Gold bei, das Rautenstrauch-Joest-Museum afrikanische Gewichte für Goldstaub, und das Schokoladenmuseum goldene Auszeichnungen, die Stollwerk auf Weltausstellungen für seine Süßwaren erhalten hat. Die Ausstellung wurde eröffnet von Dr. Klaus Tiedeken, Mitglied des Vorstands der Kreissparkasse Köln. Professor Dr. Hansgerd Hellenkemper, Leiter des Römisch-Germanischen Museums, sowie Dr. Werner Schäfke, Leiter des Kölnischen Stadtmuseums, bedankten sich in einer Rede für die 50-jährige Zusammenarbeit. Wie zu jeder der bisher 164 Ausstellungen im "Fenster" erschien auch zu dieser eine reich illustrierte kostenlose Broschüre (Download als PDF-Datei: "Das Fenster 165", 685 KB).

164. Ausstellung "Das Fenster", vom 5. November 2003 bis 21. März 2004:
Gold aus Köln für das Kulturerbe Quedlinburg.
Die 100-Euro-Münze 2003 - ein Entwurf der Kölner Künstlerin Agatha Kill.
Die UNESCO hat sich zur Aufgabe gemacht, die Kultur- und Naturgüter der Menschheit, die einen "außergewöhnlich universellen Wert" besitzen, zu erhalten. 754 Stätten weltweit sind auf der UNESCO-Liste des Welterbes verzeichnet; 27 von ihnen liegen in Deutschland. Zehn Jahre nach den Schlössern Augustusburg und Falkenlust in Brühl und zwei Jahre vor dem Kölner Dom wurden 1994 die Stiftskirche, das Schloss und die Altstadt von Quedlinburg in die Liste des schützenswerten Erbes der Menschheit aufgenommen. Die zweite Ausgabe einer deutschen 100-Euro-Goldmünze widmete sich 2003 diesem "Weltkulturerbe Quedlinburg". Die Kölner Künstlerin Agatha Kill gewann den Wettbewerb um den besten Entwurf. Es ist seit mehr als 100 Jahren erst das vierte Mal, dass ein Entwurf aus Köln zur Prägung einer Münze verwendet wird. In der Ausstellung wurde anhand von Zeichnungen und Modellen in verschiedenen Stadien der Vollendung der Werdegang vom Gips zur Münze gezeigt. Ein weiterer Bereich stellte die Medaillen und ältere Münzentwürfe der Künstlerin vor. In Zukunft will Deutschland jedes Jahr eine Goldmünze mit dem Nennwert 100 Euro herausgeben. Auch diese sind den Welterbestätten Deutschlands gewidmet. Obwohl auch die Goldmünzen ein gesetzliches Zahlungsmittel darstellen, wird man sie schwerlich im Portemonnaie wiederfinden: Alle Goldmünzen Deutschlands werden ausschließlich an Vorbesteller versandt. Der Ausgabepreis liegt, schon durch den hohen Goldanteil von einer halben Unze, mit 190 EUR fast doppelt so hoch wie ihr Nennwert. Die Auflage von 400.000 Exemplaren für die Quedlinburg-Münze 2003 war schon lange vor ihrer Ausgabe am 3. November vergriffen. Wer es versäumt hatte, seine Bestellung abzuschicken, konnte die Münze in der Ausstellung der Kreissparkasse Köln zumindest ansehen. Erwerben kann er sie nur noch im Münzhandel. Während die deutschen 10-Euro-Silbermünzen in unzirkulierter Qualität zum Nennwert in Banken und Sparkassen erhältlich sind, gibt es die Goldmünzen - wie auch die Silbermünzen in der besonderen Ausführung "Polierte Platte" - nur auf Vorbestellung und gegen Aufpreis bei der Verkaufsstelle für Sammlermünzen der Bundesrepublik Deutschland bei der Bundeswertpapierverwaltung (61352 Bad Homburg v. d. Höhe, Tel. 06172-108-930. Sie gibt auch eine kostenlose Broschüre über Neuerscheinungen heraus. Wie zu jeder Ausstellung im "Fenster" erschien auch zu dieser eine kostenlose Broschüre. Sie kann auch im Internet abgerufen und in Farbe ausgedruckt werden unter: "Das Fenster Nr. 164 - Gold aus Köln für das Kulturerbe Quedlinburg" (PDF-Datei; 494 KB).

163. Ausstellung im „Fenster“ in der Kreissparkasse Köln, vom 10. April 2003 bis 1. November 2003:
Barren als Zahlungsmittel - von der Bronzezeit bis ins 20. Jahrhundert.
Wie kommt es, dass unser Euro aus einem runden, mit einem Bild beprägten Metall-Plättchen besteht? „Erfunden“ wurde die Münze erst vor 2600 Jahren, indem kleine Edelmetall-Barren mit dem Siegel des Herrschers versehen wurden, der damit Gewicht und Feingehalt bestätigte. Man schreibt diese Neuerung dem legendär reichen König Krösos zu. Die Form eines gestempelten Metallstückes blieb bis zum Euro bestehen. Aber schon lange vorher verwendeten Menschen Metalle als Hortgeld und Zahlungsmittel. Merkwürdigerweise wurden die frühesten durchaus in Formen hergestellt, die an funktionale Objekte erinnern, wie Halsschmuck, Sicheln oder Axtköpfe. Ausschlaggebend wird jedoch der Materialwert gewesen sein. In der umfangreichen wie „gewichtigen“ Ausstellung im „Fenster“ der Kreissparkasse Köln wurden solche mehr als 4000 Jahre alten Geldformen gezeigt, dazu ein einzigartiger Fund winzig kleiner Spangenbarren. Dass in England Eisen zum Bezahlen verwendet wurde, beschreibt schon Caesar in seinem Gallischen Krieg. Ein solcher britannischer Schwertbarren ist, zusammen mit einigen Doppelkegelbarren aus Eisen, ebenfalls im „Fenster“ zu sehen. Die immerhin mehr als 5 kg schweren Eisenbarren wurden auch in römischen Kastellen gefunden - ob die Soldaten damit ihre keltischen Marketenderinnen entlohnten? Noch lange, nachdem die Menschen im Mittelmeerraum mit den praktischen silbernen und goldenen Münzen bezahlten, schleppten sich unsere Vorfahren mit schweren Kupferklumpen ab - "aes rude" wurde dieses Geld in Nord-Italien genannt. Aus dem Mittelalter werden in der Ausstellung seltene russische Silber-„Griwnas“ und litauische „Kapos“ gezeigt sowie merkwürdige Eisenbleche, die vor 1000 Jahren das Geld in Böhmen darstellten. Sieben gestempelte westfälische Silberbarren aus der Zeit um 1370 bildeten einen der Höhepunkte der Ausstellung; es handelte sich um eine Leihgabe des Kreismuseums Peine. Eine ganze Vitrine wurde dem Barrengeld Chinas gewidmet. Die Chinesen verwendeten als Kleingeld lediglich kleine Kupfermünzen, größere Beträge mussten schon aus Gewichtsgründen mit Silber bezahlt werden. Dafür gossen sie Barren im Gewicht bis 50 Tael (ca. 2 kg), kleine Barren oder einfach ausländische Dollarmünzen dienten als Wechselgeld. Erst um 1900 prägten die Chinesen ihre ersten eigenen Silbermünzen, 1933 stellten sie den Gebrauch von Barren als Zahlungsmittel ein (s. auch "Traditionelles Geld aus China"). Eine Vitrine mit Barrengeld aus Afrika (s. auch "Traditionelles Geld aus Afrika") rundet die Ausstellung ab. Die zum Teil hochseltenen und wertvollen Exponate stammen als Leihgaben aus mehreren Museen, von Mitgliedern des Vereins von Sammlern traditioneller Zahlungsmittel und aus der eigenen Sammlung des Geldgeschichtlichen Museums der Kreissparkasse Köln. Fast alle werden zum ersten Mal der Öffentlichkeit gezeigt. Wie zu jeder Ausstellung im „Fenster“ erschien auch zu dieser eine kostenlose Broschüre. Sie kann auch im Internet als PDF-Datei abgerufen und in Farbe ausgedruckt werden (Download PDF-Datei, 608 KB).

162. Ausstellung im "Fenster", vom 5. September 2002 bis Februar 2003:
Vom "Fenster" zu  "Windows" - das Geldgeschichtliche Museum der Kreissparkasse Köln im Internet
Pressetext:
Das Geldgeschichtliche Museum der Kreissparkasse Köln geht am 5. 9. 2002 unter www.geldgeschichte.de ins Internet und feiert dies mit einer Ausstellung im "Fenster". Die Ausstellungen in der Kreissparkasse sind während der Kassenstunden in der Kassenhalle der Kreissparkasse Köln am Neumarkt zu sehen: Mo. bis Fr. 9.00 bis 18.30 Uhr, Samstag 10.00 bis 14.00 Uhr, die Internet-Präsentation ist 24 Stunden am Tag aufrufbar ...

Seit 49 Jahren pflegt die Kreissparkasse Köln als einziges Kreditinstitut Europas eine eigene geldgeschichtliche Sammlung, die nicht nur Münzen oder Geldscheine umfasst, sondern ein weites Spektrum der Geschichte des Geldes abdeckt. Vor 14 Jahren eröffnete die Kreissparkasse ein eigenes Geldgeschichtliches Museum, dessen fast 40 Vitrinen mit 2000 Exponaten in die historische Kassenhalle integriert sind. Diese kulturelle Aktivität der KSK wurde zusätzlich durch die bisher 161 Sonder-Ausstellungen im "Fenster" in Fachkreisen wirklich weltweit bekannt. Vor gut zwei Jahren wurde beschlossen, im Rahmen einer umfassenden Internet-Präsentation noch stärker an die Öffentlichkeit zu gehen. Mit Hilfe der Fa. Cologne Digital, die sich u. a. durch ihre Präsentation über den Kölner Dom oder die Romanischen Kirchen Kölns bereits einen Namen gemacht hat, wurde ein überzeugendes Konzept erstellt, das weitgehend auf dem bereits bewährten Muster der ständigen Ausstellung des "Geldgeschichtlichen Museums" konzipiert ist und somit auch immer eine Verbindung zu den in der Kreissparkasse ausgestellten Original-Objekten erkennen lässt. Ihrer Bedeutung gemäß wird diese umfassende und umfangreiche Internet-Präsentation des Geldgeschichtlichen Museums der Kreissparkasse Köln am 5. September 2002 vom Vorsitzenden des Vorstandes, Herrn Hans-Peter Kraemer, feierlich ins Netz gestellt. Gleichzeitig wird in drei Vitrinen die 162. der traditionsreichen "Fenster"- Ausstellung über diese Internet-Präsentation eröffnet. Es werden dort Screenprints einiger Internet-Seiten gezeigt, dazu die entsprechenden Objekte im Original. Als großes Thema werden hierbei die Münzen der griechischen Epoche als Internet-Seite, aber auch im Original, vorgestellt. Darunter befinden sich viele noch nie gezeigte Objekte, wie ein Stater aus Aegina aus der Zeit um 400 vor Chr. mit Darstellung einer Landschildkröte, oder ein schweres goldenes Mnaeion (Octodrachme) des ägyptischen Königs Ptolemaios II. Philadelphos (285-246 v. Chr.), geprägt im Namen seiner Schwester und Gattin Arsinoë II., die nach ihrem Tod 270 v. Chr. vergöttlicht wurde. In einer weiteren Vitrine sieht man Spardosen, Münzwaagen und Rechenpfennige. Diese Objekte wurden in den Internet-Seiten animiert: Mechanische Sparfrösche aus der Zeit um 1900 schießen sich Münzen ins Maul, ein Specht pickt Geld auf, die Funktion von Münzwaagen, Rechenpfennigen oder den römischen Zahlzeichen werden dort in bewegten Bildern dargestellt. Besonders reizvoll ist der Vergleich der virtuellen Darstellung mit den originalen Gegenständen als eine gegenseitige Ergänzung. Zwei Terminals neben der Ausstellung laden zum Online-Surfen im "virtuellen Museum" ein. Wie zu allen "Fenster"-Ausstellungen erscheint auch zu dieser eine 16-seitige Broschüre, die über das Thema der Ausstellung informiert. Wie die anderen Broschüren wurde auch diese als Download bereit gestellt.

161. Ausstellung im "Fenster", vom 27. September 2001 bis April 2002:
Lire, Mark und Gulden...
Von der Vielfalt zum Euro
Pressetext:
Noch nie gab es in der Geschichte des Geldes eine so umfassende Währungsumstellung wie die zum Euro. Logistik wird zum Zauberwort, Pessi-misten sehen finanzielle Super-Gaus und werden, wie schon beim Millenni-um zwei Jahre zuvor, enttäuscht sein, wenn diese nicht eintreffen. Die Zeit der Euro-Einführung ist auch eine Zeit der Rückbesinnung. Die "gute, alte Mark" wird jetzt schon beweint, obwohl sie erst 130 Jahre alt ist - dem über tausendjährigen Pfennig trauert niemand hinterher, er ist sowieso überflüssig geworden. Die Ausstellung beschäftigt sich mit den letzten nationalen Geldausgaben der Euro-Länder, mit der Geschichte ihrer alten Währungen, aber auch mit der Zukunft: Mit den rund 100 verschiedenen neuen Münzen, an die wir uns gewöhnen müssen, und natürlich mit den Euro-Scheinen. Im Zuge der Umstellung und Entwicklung wird die Ausstellung ständig ergänzt und aktualisiert.

Dem Geldgeschichtlichen Museum der Kreissparkasse Köln am Neumarkt gelang es erstmalig in Deutschland, vielleicht sogar in Europa, die Euro-Münzen aller 12 ausgebenden Länder zusammenzutragen und zu zeigen. Eigentlich dürfen diese Münzen die einzelnen Ausgabeländer nicht vor Mitte Dezember verlassen. Dank besonderer Verbindungen des renommierten, nicht nur in Fachkreisen international bekannten Museums konnten diese Münzen jetzt dennoch in die bereits bestehende Ausstellung "Lire, Mark und Gulden ... Von der Vielfalt zum Euro" eingefügt werden. Im Grunde handelt es sich ja nicht um deutsche, niederländische oder österreichische Euro-Münzen. Der Euro, als Banknote oder in Münzform, ist ein europäisches Zahlungsmittel, kein nationales, wie unsere alte D-Mark. Die Münzen mit französischer oder griechischer Rückseite werden bei uns genau so umlaufen wie die mit deutschem oder finnischem Münzbild. Es handelt sich um das gleiche Geld. Um dies zu verdeutlichen, wurde die Wertseite aller Euro-Münzen mit dem gleichen Motiv geprägt. Den Banknoten sieht man ihre Herkunft im Gegensatz zu den Münzen nicht an. Nur ein kleiner Kenn-Buchstabe vor der Nummer weist das Land aus, in dem sie gedruckt sind. Die fast 100 unterschiedlichen Euro- und Cent-Münzen, an die wir uns ab Januar gewöhnen müssen, werden ab sofort im Rahmen der Ausstellung "Lire, Mark und Gulden... Von der Vielfalt zum Euro" als 161. der traditionsreichen Serie "Das Fenster" in der Kreissparkasse Köln am Neumarkt gezeigt. Sie beschäftigt sich nicht nur mit den neuen Euro- und Cent-Münzenoder den Euro-Scheinen. Einen wichtigen Teil nehmen dort auch die letzten nationalen Geldausgaben der Euro-Länder ein. Der deutsche Pfennig und die Mark halten unter allen europäischen Münzen den Rekord, am längsten unverändert umzulaufen: Die ersten Gepräge kamen 1950 heraus, sie gelten seit nunmehr 51 Jahren. Einen weiteren Rekord gibt es bei den Banknoten der Bundesrepublik: Sie gab den Geldschein mit dem höchsten Wert aus, 1000 DM. Der höchste Euro-Wert wird mit 500 € nur geringfügig darunter liegen. Den höchsten Betrag nennt Italien auf einer Banknote: 500.000 Lire, eine halbe Million. Das entspricht aber gerade einmal 258 €. Alle diese Geldscheine, auch die höchsten Werte, sowie die letzten Münzausgaben werden in der Ausstellung der Kreissparkasse Köln gezeigt. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Geschichte der alten europäischen Währungen, die Herkunft der Namen des Geldes, das jetzt verschwindet. Wer weiß schon, dass die "Mark" ebenso wie die Lire oder das irische Pfund eine Gewichtsbezeichnung war? Oder der holländische Gulden abgekürzt wurde mit fl für Floreen, der ursprünglichen Bezeichnung des aus Florenz stammenden Goldgulden? Und dass die Holländer die einzigen Europäer sind, die sich nicht an einen neuen Namen für ihr Kleingeld gewöhnen müssen? Dass die erste Münze mit Wertbezeichnung "Cent" 1787 in den USA herauskam, die nächste schon 1791 in Afrika, in der britischen Kolonie Sierra Leone? Oder dass die griechischen Euro-Cents als einzige eine nationale Wertbezeichnung, Lepton, tragen? Wie zu jeder Ausstellung im "Fenster" erschien auch zu dieser eine kostenlose Broschüre. Sie kann auch im Internet abgerufen und in Farbe ausgedruckt werden (Download als PDF-Datei, 608 KB).

 

 

160. Ausstellung in "Das Fenster", 3. November 2000 bis September 2001:
Verteufelt, verachtet, begehrt…
Zum 250. Jahr der Entdeckung des Elements Nickel
Pressetext:
Mit ihrer 160. Ausstellung der traditionsreichen numismatischen Reihe "Das Fenster" betritt die Kreissparkasse Köln Neuland. Noch nie ist das Thema "Nickel" in dieser Form aufbereitet worden. Anlass ist im Jahre 2001 der 250.Geburtstag dieses Metalles, mit dem jeder von uns täglich umgeht und das bei uns dennoch einen eher negativen Namen hat - zu Unrecht, wie Thomas Lautz und Dr. Eberhard Auer, die "Macher" dieser Ausstellung, zeigen.

"Kupfernickel" wurde von Bergleuten seit alters her ein "Kupfer"-Erz genannt, das sie nicht schmelzen konnten und das daher zu nichts nütze war.  Ein "Nickel", ein nickeliger Berggeist, musste es verhext haben. Erst vor 250 Jahren erkannte A. F. Cronstedt, ein schwedischer Wissenschaftler, dass es sich um das Erz eines eigenen Metalles handelte. Er nannte dieses neue chemische Element "Nickel". Es dauerte noch mehr als 70 Jahre, bis das schwierig zu gewinnende Nickel auch industriell verwendet werden konnte, doch dann war sein Siegeszug unaufhaltsam. Mitte des 19. Jh. ersetzte Nickel als Neusilber, Alpacca oder Pakfong in legierter Form Silber und Zinn in der täglichen Anwendung. Nickellöffel waren buchstäblich in aller Munde - sogar "Sissi", Kaiserin von Österreich, besaß eine komplette Kücheneinrichtung aus Nickel. Es verwundert nicht, dass es bald Versuche gab, das wie Silber weiß glänzende, harte  Metall auch für Münzgeld zu verwenden. Ein erster Versuch eines Amerikaners scheiterte: Als er 1837 dem Kongress eigens geprägte Probemünzen vorlegte, wurde er abgewiesen - man war Neuerungen nicht aufgeschlossen. In der Ausstellung sind diese höchst seltenen Proben zu sehen, eine davon als Leihgabe des Museums der Kanadischen Staatsbank in Ottawa. Sieht man von einigen hochseltenen Geprägen der alten Griechen ab, kamen die ersten nickelhaltigen Münzen 1850 in Umlauf, fast genau 100 Jahre nach Entdeckung des Metalles. Aber auch diese Münzen scheiterten: Die Schweizer wollten auch dem Kleingeld einen gewissen Edelmetallwert geben und mischten Silber in die Legierung. Es entstand ein weiches Metall, das schnell abgriff und sich unschön verfärbte. Erst ausführliche Versuche der Belgier ergaben die Legierung,  die sich bis heute in vielen Millionen Münzen bestens bewährt hat: Eine Mischung aus 75 % Kupfer und 25 % Nickel. Der vergleichsweise geringe Nickelanteil vermag das wesentlich billigere Kupfer vollständig silbern zu färben, wie sich jeder an einem Markstück überzeugen kann. Als erste deutsche Münze wurde das 10-Pf.-Stück seit 1873 in dieser Legierung geprägt; im Volksmund hieß es, wie heute noch das amerikanische 5-Cent-Stück, einfach "Nickel". Die edelste Form sind Münzen aus reinem Nickel. Nur reines Nickel ist magnetisch und kann in Automaten von anderen Legierungen unterschieden werden. Unsere 5-DM-Münze besteht deshalb aus einer Außenschicht aus Kupfernickel-Legierung, der Kern ist aus reinem Nickel. Fast alle der insgesamt 510 Münztypen, die seit 1881 aus reinem Nickel geprägt sind, können in der Kreissparkasse angesehen werden.  Einen großen Teil der Ausstellung nehmen Medaillen ein, die die Entwicklung der Nickelindustrie und des Nickelbergbaus dokumentieren. Viele sind aus reinem Nickel geprägt, manche Künstler wählten bewusst dieses harte, besonders scharf auszuprägende  Metall. Unterschiedliche nickelhaltige Rohstoffe und Erze ergänzen die Ausstellung. Dieser Teil wurde vom GeoMuseum der Universität zu Köln gestaltet. Farbige Nickelerze aus Deutschland, Schweden, Russland oder Kanada werden zusammen mit den zugehörigen Medaillen und Münzen vorgestellt. Natürlich fehlt auch nicht ein Meteorit, schließlich enthalten diese Gesteinsbrocken aus dem Weltall fast 10 % Nickel. Sogar eine Medaille wurde aus diesem "Weltraumschrott" geprägt. Beruhigend, dass bisher kein Fall bekannt ist, in dem der Umgang mit Geld eine Allergie auslöste! Über diese und andere Themen rund um Nickel und Geld informiert eine 24-seitige Broschüre, die - wie zu allen "Fenster"-Ausstellungen der Kreissparkasse Köln - kostenlos abgegeben wird. Sie kann auch im Internet abgerufen und in Farbe ausgedruckt werden (Download als PDF-Datei, 875 KB).

159. Ausstellung "Das Fenster", vom 25. Mai bis September 2000:
Geistliche Macht-weltliche Pracht.
Die Medaillen des Kölner Kurfürsten Clemens August und seiner Epoche.
Pressetext:
Das Jahr 2000 steht im Rheinland ganz im Zeichen des Kölner Kurfürsten und Erzbischofs Clemens August von Bayern. Ausstellungen finden statt, neue Bücher werden über ihn geschrieben. Sein 300. Geburtstag wird am 17. August im Schoss Augustusburg in Brühl prächtig gefeiert. Das Geldgeschichtliche Museum der Kreissparkasse Köln schließt sich mit einem wichtigen Gebiet höfischer Kleinkunst dieser Ausstellungsreihe an. Es zeigt vom 25. Mai bis 20. September 2000 als 159. Ausstellung im "Fenster" in einer großen Ausstellung mehr als 300 Medaillen aus der Zeit der Kölner Erzbischöfe vor und nach Clemens August. Sie stellen die Auseinandersetzungen zwischen dem Kaiser und Frankreich dar, zeigen detailliert Schlachten (mit fliegenden Kanonenkugeln), wie die Belagerung von Bonn, Kaiserswerth oder Mainz, Friedensschlüsse oder filigran ausgearbeitete Portraits der Kurfürsten aus dem Wittelsbacher Haus. Die Basis der Ausstellung bildet die private Sammlung von Werner Pöll, sicher die größte dieser Art (sie wurde 2003 durch Auktion aufgelöst). Sie wurde durch weitere Leihgaben ergänzt, so dass für die Ausstellung der Kreissparkasse eine fast lückenlose Zusammenstellung der Medaillen der Kölner Kurfürsten von 1574 bis 1800 sowie der Gepräge mit Bezug auf das Rheinland aus dieser Zeit entstand. Von den meisten Medaillen wird in der Kreissparkasse auch die "Kehrseite" gezeigt, bei Stücken, die weltweit nur einmal existieren, geschieht dies durch eine Abformung. Zusätzlich weisen großformatige Ausschnittsfotos auf Details dieser Kleinkunstwerke hin.

Zwei Jahrhunderte lang trugen Fürsten aus bayerisch-Wittelsbacher Geschlecht Kurhut und Bischofsstab von Köln. Der letzte, Clemens August, verkörperte Macht und Reichtum, Prunksucht und Verschwendung wie keiner seiner Vorgänger. In den Adern dieses Sprosses europäischer Familienverflechtungen floss von den Großeltern deutsches, französisches, italienisches und polnisches Adelsblut. Clemens August wurde mit 17 Jahren zur theologischen Ausbildung nach Rom geschickt. Es gelang zwei Jahre später, die Domkapitel von Münster und Paderborn nach dem Tod des Fürstbischofs so zu beeinflussen, dass der noch nicht 19-jährige Clemens August zum Nachfolger gewählt wurde. 1723 wurde er zusätzlich Kurfürst und Erzbischof von Köln. Im folgenden Jahr gelang ihm die Erhebung zum Fürstbischof von Hildesheim, 1728 fiel ihm noch das Bistum Osnabrück zu - Clemens August bekam in einer Flugschrift den Spitznamen "Herr von Fünfkirchen". Der Erfolg bayerischer Familienpolitik zeigte sich hier in einer bisher kaum gekannten Ballung von weltlicher und geistlicher Macht. Sie verstärkte sich noch nach seiner Wahl zum Hoch- und Deutschmeister des Deutschen Ritterordens im Jahre 1732. Angesichts der verschwenderischen Pracht seiner Hofhaltung - Bonn wurde unter ihm der glänzendste Hof des deutschen Westens - klingt die Aufschrift auf einem seiner seltenen, in der Kreissparkasse ebenfalls ausgestellten Dukaten befremdlich: Non mihi, sed populo, nicht für mich, sondern für das Volk. Dieses musste die Zeche am Ende bezahlen…. An den Prunk des Clemens August erinnern heute vorwiegend prächtige Schlösser - und natürlich die Medaillen. Wie zu jeder Ausstellung im "Fenster" erschien auch zu dieser eine kostenlose Broschüre. Sie kann im Internet abgerufen und in Farbe ausgedruckt werden (als PDF- Datei, 3,3 MB).

158. Ausstellung "Das Fenster", 18. November 1999 bis April 2000:
ANNUS SANCTUS
Das Heilige Jahr und die Stadt Rom
Pressetext:
Aus aktuellem Anlass zeigt die Kreissparkasse Köln als 158. Ausstellung in ihrer Reihe "Das Fenster" vom 18. 11. 1999 bis zum April 2000 Münzen und Medaillen zum Heiligen Jahr. Der Wechsel von einem Jahrhundert ins nächste bot sich für fromme Christen zu einer Wallfahrt nach Rom an. Papst Bonifazius VIII. führte schon 1300 das erste offizielle Heilige Jahr oder "Jubeljahr" ein. Pilger konnten in diesem Jahr in Rom einen vollkommenen Ablass ihrer Sündenstrafen erlangen.

Das Alte Testament bildete den alttestamentlichen Hintergrund. Die Juden feierten alle 50 Jahre ein Jobeljahr, ein Erlassjahr von hoher sozialer Bedeutung. Es wurde eröffnet durch das Blasen des "Jobel", eines Widderhorns. Auch allgemeiner Schulderlass und Pfandrückgabe wurden geboten. Rom glich in diesem ersten Heiligen Jahr 1300 einem Pilgerlager. Man schätzt, dass täglich 30.000 Pilger ein- und auszogen und dass sich täglich 200.000 Fremde in der Stadt befanden, die damals selbst weniger als 150.000 Einwohner zählte. Natürlich profitierten auch die römischen Bürger. Für die Händler und Vermieter einer Unterkunft wurde das Jubeljahr zum Goldjahr. Andererseits wurden auch Tausende von Pilgern kostenlos untergebracht und verpflegt. Das Heilige Jahr sollte ursprünglich alle 100 Jahre wiederholt werden. Doch Papst Clemens VI. rief schon für 1350 das zweite Heilige Jahr aus. Seit 1475 wird das Jubeljahr alle 25 Jahre gefeiert. Der Brauch, zu den Heiligen Jahren spezielle Münzen und Medaillen zu prägen, wurde seit 1450 bis heute gepflegt. Seit 1525 erscheint die Heilige Pforte auf den meisten dieser Münzen und Medaillen. Sie wurde zum wichtigsten Sinnbild des Heiligen Jahres. Der Giebel der Tür ist manchmal spitz, manchmal bogenförmig dargestellt. Es kam weniger auf architektonische Genauigkeit als auf den Symbolcharakter an. Schon 1450 gab es in der Laterankirche eine vermauerte Pforte, die nur zu Beginn des Jubeljahres, am 24. Dezember, in einer feierlichen Zeremonie geöffnet wurde. Christus sagt (Jo 10,9): "Ich bin die Tür; wenn einer durch mich eintritt, wird er Heil erfahren". Daher gingen die Pilger durch die oben genannte Tür, um den Jubiläumsablass zu gewinnen. Am Ende des Jubeljahres wurde sie vom Papst wieder zugemauert. Vor der Schließung verläßt der Papst als letzter den Petersdom. Dann legt er mittels einer Kelle zubereiteten Mörtel und einen vergoldeten Ziegelstein auf die Schwelle. Liturgische Gebete beschließen den feierlichen Akt. Die Ausstellung in der Kreissparkasse Köln zeigt nicht nur eine fast vollständige Sammlung dieser schönen "Sonderprägungen" aus allen Heiligen Jahren seit dem Mittelalter. Auch der Ablauf der Feiern kann anhand von Darstellungen auf den Geprägen nachvollzogen werden. So schlägt der Papst auf einer Medaille mit einem Hammer an das Mauerwerk, auf einem anderen Stück legt er, die Kelle mit dem Speis in der Hand, die Ziegel in die Öffnung, um sie wieder zu vermauern. Ein anderes Kapitel der die einige hundert wertvolle und seltene Exponate umfassenden Ausstellung gilt der Architektur der Heiligen Pforte. Den Abschluss der Ausstellung bildet eine sehr reizvolle Gruppe meist großformatiger Taler-Gepräge mit den Darstellungen von Bauwerken Roms. Die Ausstellung im "Fenster" in der Hauptstelle der Kreissparkasse Köln am Neumarkt ist geöffnet während der Kassenstunden: Montag bis Freitag von 9.00 bis 19.00 Uhr, Samstag von 9.00 bis 14.00 Uhr. Wie zu jeder Ausstellung im "Fenster" erscheint auch zu dieser eine kostenlose Broschüre. Sie kann noch nicht im Internet abgerufen und ausgedruckt werden (als PDF-Datei Nr. 158).

157. Ausstellung "Das Fenster", vom 22. April bis zum Oktober 1999:
Von der Vielfalt zur Einheit.
Die Währungsumstellung 1871
Pressetext:
Die Einführung des Euro war eins der wichtigsten Themen der letzten Jahre. Dabei wird leicht vergessen, daß Währungszusammenschlüsse in der Geschichte des Geldes nichts Neues sind und sich in den meisten Fällen bestens bewährten. Gerade der bevorstehende Wechsel zum Euro und die damit verbundene Abschaffung der Mark erinnert an ähnliche Ereignisse und läßt zurückblicken auf die Einführung dieser deutschen Geldsorte vor etwa 130 Jahren.

Mitte des 19. Jh. ähnelte die politische Landkarte Deutschlands einem Flickenteppich. Etwa 40 deutsche Fürsten und Städte prägten innerhalb ihrer Grenzen eigene Münznominale, wie unterschiedliche Taler, Groschen, Neugroschen, Heller, Kreuzer, Gulden, Schwaren, Grote, Pfennige, Schillinge, um nur einige zu nennen. Kein Wunder, daß Goethe 1828 äußerte: "Mir ist nicht bange, daß Deutschland nicht eins werde;  unsere guten Chausseen und künftigen Eisenbahnen werden schon das Ihrige tun. (…) Es sei eins, daß der deutsche Thaler und Groschen im ganzen Reiche gleichen Wert habe; eins, daß mein Reisekoffer durch alle sechsunddreißig Staaten ungeöffnet passieren könne". Die ersten Bestrebungen zur Vereinheitlichung begannen 1834 mit der Gründung des Deutschen Zollvereins, dem sich nach und nach alle deutschen Staaten anschlossen. Damit entstand erstmals ein einheitliches Wirtschaftsgebiet ohne Zollgrenzen. Bis zur endgültigen Währungsvereinigung sollte es jedoch noch 36 Jahre dauern. 1838 beschloß man in der Dresdner Münzkonvention die Verknüpfung der zwei wichtigsten Währungsgebiete: Der norddeutsche Taler und der süddeutsche Gulden wurden in eine feste Wertrelation gebracht. Der Doppeltaler entsprach im Silberwert 3½ Gulden. Diese große "Vereinsmünze" wurde wegen ihres hohen Wertes als Champagnerthaler verspottet. Im Geldverkehr der beteiligten Staaten setzte sich der einfache Taler durch. Er bekam im Wiener Münzvertrag 1857 den Status einer allgemein gültigen Münze. Die Scheidemünzen, das Wechselgeld, waren von dieser Vereinheitlichung nicht betroffen. Hier herrschte weiterhin im Norden wie im Süden großes Chaos. Im Zuge der nationalen Begeisterung nach dem Sieg über Frankreich kam es 1871 in Versailles zur Gründung des Deutschen Kaiserreichs. Es wurden unverzüglich Anstalten getroffen, sowohl Münz- als auch Papiergeldwesen zur Einheit zu bringen. Schon im Oktober 1871 leitete der Reichskanzler Fürst Bismarck dem Bundesrat den Gesetzentwurf "die Ausprägung von Reichsgoldmünzen betreffend" zu. Zum 4.12.1871 trat das Gesetz in Kraft: Die Mark als einheitliche Münzeinheit für ganz Deutschland war geboren. Ihr Wert basierte auf dem Goldstandard, nicht mehr auf dem des Silbers. Anders als bei der Einführung des Euro ging hier die politische Einheit der Währungsumstellung voraus. Heute ist der Wunsch Goethes Wirklichkeit geworden, nicht nur für Deutschland, sondern für einen großen Teil Europas. Wie zu jeder Ausstellung im "Fenster" erschien auch zu dieser eine - inzwischen leider bereits vergriffene - kostenlose Broschüre, eine Fassung als Download ist in Vorbereitung. (PDF-Das Fenster 157)

156. Thema der geldgeschichtlichen Ausstellungsreihe "Das Fenster", vom 24. September 1998 bis zum März 1999:
Ferdinand Franz Wallraf als Münzsammler und Numismatiker.
Eine Ausstellung zum 250. Geburtstag des Kölner Gelehrten
Pressetext:
Der 250. Geburtstag von Ferdinand Franz Wallraf (1748 -1824) gibt Gelegenheit, dieses vielseitigen Kölner Gelehrten zu gedenken. Er war Doktor der Medizin, Professor für Botanik und letzter frei gewählter Rektor der alten Universität. Heute bekannt ist er hauptsächlich durch seine der Stadt vermachten Sammlungen, die den Grundstock vieler Kölner Museen, insbesondere des nach ihm benannten Wallraf-Richartz-Museums bilden. Hierzu gehören nicht nur Gemälde und Graphiken, sondern auch eine über 5000 Stücke umfassende Kollektion von Münzen und Medaillen.

Die meisten dieser Gepräge sind heute nicht mehr identifizierbar, sie sind in die großen Sammlungen des Römisch-Germanischen Museums und des Kölnischen Stadtmuseums eingegangen oder schon im 19. Jh. wieder abgegeben worden. Dr. Gunter Quarg von der Universitätsbibliothek und den Numismatikern der Geldgeschichtlichen Sammlung der Kreissparkasse Köln ist es gelungen, mit Hilfe der Kölner Museen insbesondere zahlreiche antike Münzen der Sammlung Wallraf zuzuweisen und hier zum ersten Mal der Öffentlichkeit zu zeigen. Die Ausstellung bietet einen Einblick in eine 200 Jahre alte "Professorensammlung", bei der es mehr auf wissenschaftlichen Wert und interessante Gepräge ankam als, wie heute, auf vorzügliche Erhaltungen besonders schöner Einzelstücke. Für diese oder etwa für Goldmünzen hatte der gelehrte Sammler, der sich zum Essen gerne bei Freunden einlud, nicht genügend Geld. Ausgestellt werden am Neumarkt neben antiken, mittelalterlichen und neuzeitlichen Geprägen aus Wallrafs Sammlung auch Bücher seiner numismatischen Bibliothek, oftmals versehen mit eigenhändigen Kommentaren, z.B. über Käufer einzelner Münzen. Die Bücher wurden von der Universitätsbibliothek für die Ausstellung zur Verfügung gestellt. Der Wissenschaftler und Numismatiker Wallraf verfaßte auf numismatischem Gebiet auch selbst Werke, wie den Katalog über die heute nicht mehr vorhandenen Kölner Sammlungen Geyr und Merle. Das  Honorar für die Erstellung des Katalogs der Sammlung Geyr, immerhin 450 Gulden für ein halbes Jahr Arbeit, setzte Wallraf in der Auktion wieder in Münzen um. Der reiche Sammler Clemens August Maria von Merle, Domkapitular und Weihbischof in Köln, entlohnte ihn für die sechs Jahre, die er an dem Katalog seiner Sammlung schrieb, lediglich mit zwei Freiexemplaren… Das Buch wurde ein Muster gewissenhafter numismatischer Beschreibung und blieb bis in unser Jahrhundert das Standardwerk zum Bestimmen von Kölner Münzen und Medaillen. Münzen wurden Wallraf als Originale oder Zeichnungen zur Bestimmung vorgelegt. So hat sich beispielsweise der fragmentarische Abklatsch der Skizze eines Brakteaten auf einem ebenfalls ausgestellten Brief erhalten, in dem um Auskunft über das Stück gebeten wird. In einem Falle läßt sich die Übersendung eines bei Neuss ausgegrabenen Legionsdenars des Marc Anton nachweisen; das 1797 ans Licht gekommene Stück ist noch heute vorhanden und wird in der Ausstellung gezeigt. Gelehrte besuchten ihn und ließen sich seine Sammlung zeigen. Einer der prominentesten war 1815 Johann Wolfgang von Goethe. Sein spontaner Kommentar im Tagebuch: "Wallrafs Chaos!". Auch die Frage nach Abformungen von Münzen aus Wallrafs eigener Sammlung wurde nicht selten gestellt. Schließlich erschien der Kölner Gelehrte auch als der geeignete Mann, wenn es darum ging, den materiellen Wert  numismatischer Kollektionen, z.B. einer, die 1803 in Kleve versteigert wurde, zu schätzen. Die in jahrelanger Arbeit vorbereitete Ausstellung der Geldgeschichtlichen Sammlung der Kreissparkasse Köln zeigt erstmals einen Einblick in ein wichtiges Betätigungsfeld des Sammlers und Gelehrten Ferdinand Franz Wallraf, das bisher eher im Schatten seiner Stiftungen, wie die der Gemälde, gestanden hat. Wie zu jeder Ausstellung im "Fenster" erschien auch zu dieser eine kostenlose Broschüre, sie kann als PDF-Datei heruntergeladen oder ausgedruckt werden (PDF-Datei, 3,1 MB).

155. Ausstellung "Das Fenster", März bis September 1998:
Millionen, Milliarden und Billionen …
Vor 75 Jahren: Die Große Inflation in Deutschland.
Pressetext:
Eine Billion Mark - soviel Bargeld existiert heute in ganz Deutschland bei weitem nicht, auch wenn man alle vorhandenen Banknoten zusammenrechnet. Die Billion ist eine für den Menschen unbegreifliche Zahl. Zählt man bis zu einer Billion, braucht man, bei einer Sekunde pro Zahl, dreißigtausend Jahre …

Vor 75  Jahren gab es sogar Geldscheine, deren Wert auf hundert Billionen Mark lautete, eine Zahl mit 15 Stellen! Würde man versuchen, einen solchen Geldschein in 10-Markscheine umzuwechseln, reichte der Stapel 25 mal um die Erde herum oder zweieinhalb mal bis zum Mond. Die Ursachen der Inflation lagen in der Geldschöpfung für die Finanzierung des Ersten Weltkrieges 1914 - 1918 und, nach der Niederlage, den anschließenden immensen Reparationsforderungen Frankreichs. Immer mehr Banknoten ohne eine Deckung in anderen Werten wurden gedruckt. Seit Beginn 1923 galoppierte die Inflation nicht nur, sie überschlug sich. Die staatlichen Druckereien kamen längst nicht mit der Herstellung immer höherer Banknotenwerte nach. 133 private Druckereien mit mehr als 30.000 Mitarbeitern waren nur damit beschäftigt, staatliche Banknoten für die Reichsbank zu drucken. In Köln waren dies vornehmlich die Druckereien DuMont und Bachem. Diese Scheine sind in der Kreissparkasse ebenso zu sehen wie privat in Auftrag gegebene Geldscheine. Fast jeder Ort, sogar Firmen gaben ihr eigenes Geld aus, da die staatlichen Emissionen für den ständig steigenden Bedarf nicht genügten. Jede Woche, später jeden Tag, gingen die Buchhalter der  Firmen zur Bank, um waschkörbeweise fast wertloses Papiergeld für die Gehaltszahlungen abzuholen. Morgens ausgezahlter Lohn war an manchen Tagen abends nur noch die Hälfte wert. Es wurde schließlich im Herbst 1923 versucht, der Inflation mit "wertbeständigen" Geldscheinen Herr zu werden, die auf Roggen, Margarine, Ziegel und Golddollar statt auf Mark lauteten. Der Kölner Schlachthof ließ z.B. Geldscheine auf Schmalz und Rinderfett ausgeben. Erst die Einrichtung einer Rentenbank stoppte den Geldverfall. Eine Vorkriegs-Goldmark kostete jetzt eine Billion (1.000.000.000.000,- ) Papiermark... Die Ausstellung stellt diesen "Totentanz der Finanzen" vor 75 Jahren mit vielen Geldscheinen, besonders aus dem Geschäftsbereich der Kreissparkasse, eindrucksvoll dar. Ein reich illustriertes Heft gibt Informationen über Entstehung, Hintergründe und Auswirkungen der "Großen Inflation".

154. Ausstellung "Das Fenster", November 1997 bis März 1998:
Kölner Sammler stellen aus.
40 Jahre "Kölner Münzfreunde"
Presse:
Goldene Ehrennadel der DNG an Günter Grosch und Tyll Kroha. Die "Kölner Münzfreunde" feiern mit einer Ausstellung in der Kreissparkasse Köln ihr 40-jähriges Bestehen. Anläßlich der Eröffnung der Ausstellung "Kölner Sammler stellen aus", die das Geldgeschichtliche Museum der Kreissparkasse Köln anläßlich des 40. Jubiläums der Kölner Münzfreunde im bekannten "Fenster" organisierte, überreichte der Präsident der Deutschen Numismatischen Gesellschaft, Walter Trapp, zwei verdienten Kölner Sammlern die Goldene Ehrennadel. Es handelt sich um Günter Grosch, der seit 1973 die numismatischen Kolloquien der "Münzfreunde" im Kölnischen Stadtmuseum leitet, und um Tyll Kroha, dem ersten Vorsitzenden der Kölner Münzfreunde nach deren Gründung vor 40 Jahren.

1957 trafen sich Münzsammler aus Köln und Umgebung, sie bilden als Kölner Münzfreunde bis heute eine relativ lockere Gemeinschaft. Anläßlich dieses Jubiläums gibt die Geldgeschichtliche Sammlung der Kreissparkasse Köln zwölf Sammlern aus dem Kölner Raum die Gelegenheit, einen Teil ihrer Schätze der Öffentlichkeit zu zeigen. Der Reiz dieses "Fensters" liegt in der Vielseitigkeit seiner Themen: Heinrich IV. von Frankreich und seine Frau Maria von Medici werden durch Münzen und Medaillen vorgestellt. Sie ließ ihr Herz vor 350 Jahren in Köln.... Ein Sammler steuert eine Gruppe von aufschraubbaren Münzen und Medaillen bei, deren Inneres winzige Kupferstiche von Schlachten Friedrichs des Großen oder auf brüchigen Glimmerscheiben Anziehpuppen preisgeben. Wer weiß schon, daß der König von Preußen als Herrscher auch über ein kleines Land in der Schweiz, Neuenburg, regierte? Das ehemals florierende Handwerk des Münzwaagenbauers im Alten Köln wird wieder aufleben, ebenso die auf Münzen und Medaillen festgehaltenen Staatsbesuche europäischer Herrscher im Orient und die Gegenbesuche orientalischer Potentaten, die manchen Staat in den Bankerott trieben. An den Start des Schweden Samuel August Andrée mit einem Ballon zum Nordpol vor genau 100 Jahren erinnern Medaillen aus der Sammung eines Arktis - Experten, ebenso auf die Auffindung und Rückführung seiner Gebeine 33 Jahre später. Eine moderne Medaille auf den 100. Jahrestag des Starts bildet das größte Ausstellungsstück. Ein besonders interessantes Thema bilden die Münzen und Medaillen, auf denen die Herkunft des Metalles erwähnt wird, aus denen sie geschlagen wurden: Das Silber verschiedener Gruben, Platin des Urals, von Engländern erbeutetes spanisch- südamerikanisches Silber, aber auch das Kupfer des abgewrackten Schlachtschiffes von Lord Nelson. Die Ausstellung hält noch eine Fülle von weiteren Überraschungen bereit. Wie zu allen Ausstellungen des Fensters wird auch zu diesem Thema eine Broschüre kostenlos abgegeben. Hier werden nicht nur die einzelnen Themen behandelt, sondern auch die Geschichte des Vereins der "Kölner Münzfreunde" erzählt. (PDF-Das Fenster 154)

153. Ausstellung "Das Fenster", 30. April  bis Oktober 1997:
Zum Spielen geprägt...
Holzmedaillen als Damebrettsteine.
Pressetext:
In früheren Zeiten gehörte das Spiel als Zeitvertreib zum täglichen Leben wie heute das Fernsehen. An Feiertagen traf man sich zu Spiel und Tanz; alle Versuche, dem "unsittlichen Treiben" ein Ende zu setzen, scheiterten. Die Bauern und Tagelöhner benutzen zum Spielen von Mühle, Dame und Trictrac einfache Spielsteine, die Reicheren kunstvolle und teure, aus Holz und Elfenbein gedrechselt und geschnitzt.

Im 16. Jahrhundert erfand der Nürnberger Schreiner und Schraubendreher Leonhard Danner eine Methode, Medaillen nicht in Silber oder Gold, sondern in Holz zu prägen. In dieser Technik wurden bis ca. 1750 fast ausschließlich in Nürnberg eine Vielzahl von Spielsteinen hergestellt, die reizvolle und detailreiche Themen zeigen. In der Ausstellung ist ein komplettes Spiel aus der Zeit um 1570 mit den Darstellungen eines Bauerntanzes zu sehen, die Vorbilder gehen auf Stiche von A. Dürer zurück. Trinkgelage oder frivole Damen im Badezuber sind ebenso vertreten wie der Berufsstand der Ärzte, der sich hier nicht nur medizinisch mit den Damen der höheren Gesellschaft beschäftigt. Andere Holzmedaillen porträtieren die damaligen Könige und Fürsten und stellen wichtige zeitgeschichtliche Ereignisse dar. Eine große Gruppe widmet sich dem wichtigsten Ereignis der Zeit, den Türkenkriegen. Schlachten und Stadtansichten, gefangene Türken und der blitzeschwingende Reichsadler sind in erstaunlicher Detailtreue in Holz geprägt worden. Bedeutende Medailleure haben mit ihren Prägestempeln sowohl Holz- wie auch Silbermedaillen herstellen lassen. Das numismatische Nebengebiet der hölzernen Medaillen oder geprägten Spielsteine ist in diesem Umfang noch nie ausgestellt worden. Die Ausstellung mit über 300 Exponaten kann, ebenso wie das ständige Geldgeschichtliche Museum der Kreissparkasse Köln, am Neumarkt während der neuen Öffnungszeiten (Montag bis Freitag 9.00 bis 19.00 Uhr, Samstag 9.00 bis 14.00 Uhr), besichtigt werden. Der Eintritt ist frei. Wie zu allen Ausstellungen im "Fenster" der Kreissparkasse Köln erscheint auch diesmal eine reich bebilderte Broschüre, verfaßt vom Betreuer des Museums, Thomas Lautz. Sie kann kostenfrei angefordert werden. (PDF-Das Fenster 153)

152. Ausstellung "Das Fenster", vom 17. Oktober 1996 bis April 1997:
Er zähmte die Wölfin.
Die Zeit des Kaisers Hadrian im Spiegel seiner Münzen.
Pressetext:
Die 152. Ausstellung im "Fenster" der Kreissparkasse Köln am Neumarkt zeigt unter diesem Titel das numismatische Portrait und Erbe des Kaisers Hadrian. Im Oktober feiert das Römisch-Germanische Museum Köln sein 50jähriges Bestehen. Aus diesem Anlaß stellt die Geldgeschichtliche Sammlung der Kreissparkasse Köln einen ganz besonderen Römer anhand seiner Münzen vor: Kaiser Hadrian. Er regierte von 117 bis 138 n. Chr., zur Zeit, als das Römische Reich auf der Höhe seiner Macht stand.

Hadrian, im Herzen eher der feinsinnigen griechischen als der etwas derberen römischen Kultur zugewandt, war ein in vieler Hinsicht außergewöhnlicher Herrscher. Noch heute zeugen nicht nur ihm zu Ehren errichtete oder von ihm selbst konstruierte Baudenkmäler wie das Pantheon oder die Engelsburg in Rom von seinen Tätigkeiten, er setzte auch seine Münzbilder bewußt als Propagandamittel ein. Auf ihnen finden wir in der Ausstellung Ereignisse aus seinem Leben: Seine Adoption durch Kaiser Trajan, die von ihm angeordnete Verbrennung von Schuldverschreibungen sowie Zeugnisse für seine jahrelangen beschwerlichen Reisen in die Provinzen und Kolonien, durch die er das riesige Reichsgebiet festigten konnte. Auch unser beliebter "Vater Rhein" geht auf ein Münzbild des Hadrian zurück, mit dem er den "Vater Nil" ehrte. Aber nicht nur mehr als 200 Gold- Silber- und Bronzemünzen aus der zentralen Münzstätte Rom werden gezeigt. Aus fast 100 Städten konnten die Numismatiker der Kreissparkasse seltene Prägungen, die die Städte der Provinzen und Kolonien im Osten des Reiches unter Kaiser Hadrian ausführten, zusammentragen. Anhand seiner Münzen zeigt sich der enorme Einfluß Roms auf dieses Gebiet: Fast 2000 Jahre alte Münzen aus dem heutigen Athen, Ankara, Damaskus und Beirut, aber auch aus Urlaubszielen wie Antalya oder aus der Felsenfestung Petra im heutigen Jordanien werden mit Hilfe einer Karte anschaulich zugeordnet. Die römischen Kaiser ließen häufig auch ihre Gattinen auf Münzen abbilden. Unter Hadrian finden wir das Bild seiner Frau Sabina, die als zänkisch beschrieben wird und mit der er eine unglückliche Ehe führte. Einmalig, nicht nur in der römischen Münzgeschichte, ist jedoch die Darstellung einer Person, die nicht zur kaiserlichen Familie gehörte: In der Ausstellung der Geldgeschichtlichen Sammlung der Kreissparkasse befinden sich einige der höchst seltenen Münzen mit dem Bildnis des jugendlichen Freundes des Kaiser Hadrian, Antinous. Sie wurden allerdings erst nach dessen tragischem Tod geprägt. Kaiser Hadrian weilte zwei Mal in der römischen Stadt Köln: Am 25. Januar 98 zur Begrüßung seines Vorgängers und Onkels, Trajan, und auf seiner Reise nach England 23 Jahre später. Dieses Jahr kommt er zurück zum Neumarkt, in Form seiner Gepräge, die ihn und sein Wirken unsterblich gemacht haben. (PDF-Das Fenster 152)

151. Ausstellung "Das Fenster", vom 28. März bis zum September 1996:
Sie spielen, springen, schlucken Geld...
Amerikanisches Sparspielzeug aus dem 19. Jahrhundert.
Pressetext:
In der Ausstellung zeigt die Geldgeschichtliche Sammlung der Kreissparkasse Köln am Neumarkt  als 151. Ausstellung der numismatischen Reihe "Das Fenster" 70 originale gußeiserne mechanische Spardosen aus dem 19. Jahrhundert.

Nach dem Bürgerkrieg 1861 - 1865 gab es in Amerika eine starke eisenverarbeitende Industrie mit hervorragenden Fachkräften. Eisen war billig, viele Dinge des täglichen Bedarfs, aber auch Spielzeug, wurden aus Gußeisen hergestellt. Das Jahr 1869 wurde zum Geburtsjahr einer ganz besonderen Art von Spielzeug, das typisch für die damals besonders technikbegeisterte USA werden sollte: Die mechanische Sparbüchse aus Gußeisen, bei der durch Einwurf einer Münze oder auf Knopfdruck ein Mechanismus in Bewegung gesetzt wurde. Diese Spardosen gab es - bis auf wenige, in der Ausstellung der Kreissparkasse ebenfalls gezeigte Ausnahmen - nur in den USA in der Zeit zwischen 1869 und ca. 1900. Sie waren mit trickreichen und zum Patent angemeldeten Mechaniken versehen: Der Soldat schießt mit dem Geldstück, ein Frosch verschluckt es auf Knopfdruck, ein Pferd wirbelt die Münze beim Ausschlagen in einen Behälter, ein schwarzer Jockey wird abgeworfen oder fällt vom Eselskarren. Der Phantasie waren keine Grenzen gesetzt, das Sparen wurde zur spielerischen Betätigung. Die meisten dieser nur scheinbar stabilen, jedoch sehr spröden Gußeisenspardosen sind im Laufe der vergangenen 100 Jahre in Kinderhand zerbrochen oder abhanden gekommen. Heute kostet manches Original viele tausend Dollar. Findige Händler stellten in den letzten Jahren Kopien, Repliken oder Fälschungen dieser beliebten Sparbüchsen her, die sich - auch das zeigen Beispiele in der Ausstellung der Kreissparkasse - deutlich von den Originalen unterscheiden: Die Farben und Oberflächen stimmen nicht mit der sorgfältigen Bearbeitung der alten Spargefäße überein, die Mechaniken funktionieren nicht richtig. Die Numismatiker der Kreissparkasse stellten eine einzigartige Sammlung von mehr als 70 Originalen dieser ebenso hübschen wie seltenen, typisch amerikanischen Spar-Spielzeuge aus dem 19. Jahrhundert zusammen. Leihgeber sind Mitglieder der europäischen Spardosensammler-Vereinigung EMBC. Wie zu jeder Ausstellung der Geldgeschichtlichen Sammlung erschien auch zu diesem interessanten Thema eine reich bebilderte kostenlose Broschüre mit Hintergrundinformationen. (PDF-Das Fenster 151)

150. Ausstellung "Das Fenster", vom September 1995  bis März 1996:
Rheinisches Geld - sichere Währung.
Die Münzen der kurrheinischen Münzverträge von 1385 - 1575.
Pressetext:
Die von den Numismatikern des Geldgeschichtlichen Museums der Kreissparkasse Köln vorbereitete Ausstellung wendet sich einem Thema der heimischen Geldgeschichte zu. Sie zeigt das Bemühen eines  mittelalterlichen Währungsverbundes, seinen Bürgern eine stabile und sichere Währung zu erhalten - ein gerade heute wieder sehr aktuelles Thema. Die Ausstellung enthält 160 Münzen, 60 goldene und 100 aus Silber, viele davon von großer Seltenheit und hohem Sammlerwert.

Der Rheinstrom war schon seit der Römerzeit eine wichtige Handelsstraße. Die Städte am Rhein verdienten im Mittelalter nicht schlecht an Zöllen und Stapelgeldern. Diese waren für sie teilweise die wichtigsten Einkünfte. Die Geldstücke des frühen Mittelalters, die kleinen silbernen Pfennige, genügten bald nicht mehr dem immer stärker steigenden Geldbedarf. Durch den internationalen Handel kamen im 13. Jahrhundert die ersten Goldmünzen ins Rheinland, für größere Zahlungen fand man sie bedeutend praktischer als das Silbergeld. Aus Florenz kam über die Alpen und den Rhein herab eine dort reichlich geprägte Handelsmünze, "Floren" genannt. Dieser Fremdling wurde bald eine begehrte Handelsmünze. Das Rheinland blieb von manchen Problemen des "Münzelends", wie man inflatorische Störungen im Mittelalter nannte, weitgehend verschont. Die mächtigsten Münzherren am Rhein waren vier Kurfürsten: die Erzbischöfe von Mainz, Trier und Köln sowie der Pfalzgraf bei Rhein. Sie waren bestrebt, für sich und ihre Bürger ein möglichst stabiles Geldsystem zu erhalten. Zusätzlich sollte es innerhalb der Fürstentümer einheitlich sein. Sie wählten daher im 13. Jahrhundert als gemeinsame Währung eine größere Silbermünze, die man zunächst Groschen (von lat. grossus = dick) nannte, sowie Goldmünzen nach dem Vorbild des Florentiner "Floren", den Gulden. Zunächst prägten die einzelnen Münzherren jeder für sich diese Münzen mit leicht abweichenden Bildern, fanden aber bald, daß es günstiger wäre, sich auf gemeinsame Münzbilder und Münzfüße, d. h. gleiches Gewicht und Legierung der Münzen zu einigen. Den ersten großen Vertrag, den "Kurrheinischen Münzvertrag", schlossen die vier Kurfürsten 1385. Mit ihm schuf man für diese Zeit ein verhältnismäßig großes Währungsgebiet, dessen Münzen aber auch außerhalb begehrt waren. Die in ihm vereinbarten Münzwerte wurden zwar in zahlreichen weiteren Verträgen immer wieder verändert und angepaßt, doch die gemeinsame rheinische Währung erhielt sich über fast 200 Jahre. Der Weißpfennig, auch Albus, wie die rheinische Groschenmünze genannt wurde, blieb Währungs- und Recheneinheit, der Goldgulden die Oberwährung, die für größere Zahlungen benutzt wurde. Das Korrigieren dieser Währung brachte für die Bürger und Kaufleute manchmal Probleme und auch Verluste. Sie blieben jedoch geringer als in anderen Teilen Deutschlands. Für die Einhaltung der Verträge sorgte nicht zuletzt auch der Druck der mächtigen Handelsstadt Köln, die schon lange, bevor sie selbst das Münzrecht erlangte, auf die Prägung des Geldes der Kurfürsten Einfluß ausübte. Zur Ausstellung in der Kreissparkasse erschien eine Begleitbroschüre, die kostenlos abgegeben wird. (PDF-Das Fenster 150)

149. Ausstellung "Das Fenster", vom 16. März bis zum September 1995:
Das Geld des Zweiten Weltkrieges.
Pressetext:
Als 149. Thema ihrer numismatischen Ausstellungsreihe "Das Fenster" zeigt die Kreissparkasse Köln Zahlungsmittel, die in der schrecklichen Zeit des Zweiten Weltkrieges umliefen. Sie beleuchtet damit anläßlich des fünfzigsten Jahrestages des Kriegsendes in Deutschland ein wichtiges Kapitel: Das Geld.

Regierungen zogen insbesondere Nickelmünzen als "kriegswichtiges Material" ein und prägten neue aus Ersatzmetall, wie Zink, druckten spezielles Papiergeld für die kämpfende Truppe und für die besetzten oder "befreiten" Gebiete. Widerstandskämpfer verteilten Propagandamaterial, z.B. Geldstücke mit eingepunztem Hammer und Sichel. Aufrufe zum Überlaufen wurden, damit sie mehr Beachtung fanden, in Form von Banknoten gedruckt. Die Kriegsgefangenen bekamen spezielles Geld, das außerhalb des Lagers wertlos war. Fluchtversuche sollten dadurch erschwert werden. In Deutschland fälschten Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen auf Geheiß der Naziregierung englische Banknoten in einer hervorragenden Qualität. Mit diesen Noten des "Unternehmen Bernhard" bestritten deutsche Diplomaten ihre Ausgaben. Die Regierung kaufte damit Waffen und Gold, auch der berühmte Spion Cicero wurde mit Blüten im Wert von 500.000 £ entlohnt. Mancher beim Zusammenbruch des Dritten Reiches geflohene Nazi erlebte in der Schweiz oder in Südamerika sein blaues Wunder, wenn er mit den dort inzwischen bekannt gewordenen, in Deutschland auf dem Schwarzmarkt teuer erstandenen Fälschungen bezahlen wollte…. Die Ausstellung zeigt natürlich eine Banknote aus der KZ- Werkstatt, außerdem anhand von einigen hundert Objekten die weltweiten Ausmaße dieses Krieges auf die Zahlungsmittel: Japanisches Invasionsgeld für Burma, die Philippinen oder China, deutsches für die Ukraine, Inflationsgeld Griechenlands nach der deutschen Besetzung, in England geprägte Münzen der norwegischen Exilregierung, die nie zum Einsatz kamen, oder Münzen für Albanien mit dem Porträt des italienischen Königs mit Stahlhelm. Aus Frankreich sieht man Banknoten und Münzen der besetzten Gebiete sowie der Vichy- Regierung unter Marschall Pétain, aus der Mandschurei Notgeld aus Pappe des "Letzten Kaisers von China". Merkwürdigerweise wurden Münzen und Scheine - anders als etwa Briefmarken - mit nur einer (in der Ausstellung natürlich gezeigten) Ausnahme nirgendwo als Träger für Kriegspropaganda gebraucht, auch Erinnerungsmünzen kamen nach dem Krieg nur in verhältnismäßig geringer Menge auf. Der Krieg veränderte die Welt in nicht einmal sechs Jahren. Das Geld des Zweiten Weltkrieges erzählt in der Ausstellung in der Kreissparkasse Köln von politischen, militärischen und finanziellen Entwicklungen während dieser entsetzlichen Zeit. Die 16-seitige Begleitbroschüre kann als PDF-Datei ausgedruckt werden (PDF-Datei, 3 MB).

148. Ausstellung "Das Fenster", vom 23. September 1994 bis März 1995:
Götter, Gelder und Tresore.
40 Jahre "Das Fenster" der Kreissparkasse Köln.
Pressetext:
Die 148. Ausstellung im "Fenster" der Kreissparkasse Köln am Neumarkt ist dem 40. Jubiläum dieser Einrichtung gewidmet. Der Titel Götter, Gelder und Tresore wurde gewählt zur Erinnerung an die gleichnamige erste geldgeschichtliche Ausstellung in der Kreissparkasse im April 1954.

Sie fand weit über die Grenzen Kölns hinaus ein unerwartet großes Echo, so daß im September 1954, vor genau 40 Jahren, der Vorstand der Kreissparkasse beschloß, unter Leitung des Numismatikers Tyll Kroha eine eigene Geldgeschichtliche Sammlung aufzubauen. In 40 Jahren wuchs die wissenschaftlich geleitete Sammlung zu einem eigenständigen Museum heran, das vom Umfang und Themenbreite noch heute in der Welt seinesgleichen sucht. Bei dieser Sammlung soll die Geschichte des Geldes in seiner Gesamtheit, alle das Kulturelement "Geld" berührenden Erscheinungsformen, exemplarisch dargestellt werden. Auf Vollständigkeit kommt es weniger an. Über die Münzen, Geldscheine und Spardosen hinaus, die in der ständigen Ausstellung der Geldgeschichtlichen Sammlung in der Kassenhalle der Kreissparkasse in 53 Vitrinen ausgestellt sind, zeigt diese Jubiläumsausstellung u. A. Amulette, Schmuckstücke und Geräte, aus Geldstücken angefertigt, Geräte und Schmuck, die in außereuropäischen Kulturen zu Geld wurden, Behälter zum Aufbewahren und Sammeln von Geld, wie Spardosen und Börsen, Schecks, Sparbücher, Kreditkarten, Wechsel, Aktien, Dokumente und vieles mehr. Die Banknote aus der Tasche eines 1944 bei Bergisch Gladbach abgestürzten Fliegers, der erst 1968 entdeckt wurde, befindet sich ebenso in der Geldgeschichtlichen Sammlung wie aus Schiffswracks geborgene Silber- und Kupferbarren oder mehr als zwei Dutzend alter Geldkisten und Tresore. Sogar Götter haben einen Platz in der Geldgeschichtlichen Sammlung gefunden: der geflügelte Götterbote Mercur, Gott der Kaufleute und Diebe, trägt - als kleine römische Bronzeplastik - einen Beutel voll Geld, der chinesische Glücksgott Li Lu Hai tanzt und wirbelt dabei Münzen um den Kopf. Die jetzige Ausstellung Götter, Gräber und Tresore stellt die ganze Bandbreite der Geldgeschichtlichen Sammlung mit einzelnen Themen "rund ums Geld" vor und zeigt dabei die schönsten und interessantesten der insgesamt etwa 30.000 Objekte, die die beiden Numismatiker der Kreissparkasse, Tyll Kroha und Thomas Lautz, in 40 Jahren zusammentragen konnten. Viele der Schätze blieben bisher in der Archivräumen verborgen und werden anläßlich dieser Ausstellung zum ersten Mal präsentiert.  (PDF-Das Fenster 148)

147. Ausstellung "Das Fenster", 14. April bis September 1994:
Steinreich in der Südsee.
Traditionelle Zahlungsmittel aus Mikronesien.
Pressetext:
Das größte Geld der Welt.... Eine Ausstellung der Superlative zeigt die Geldgeschichtliche Sammlung der Kreissparkasse Köln am Neumarkt . Unter dem Titel Steinreich in der Südsee bietet sie neben anderen traditionellen Geldformen Mikronesiens Geldstücke von mehreren Zentnern Gewicht.

Yap, eine nur 25 km lange mikronesische Südseeinsel, war schon um die Jahrhundertwende jedem Schulkind bekannt als "die Insel mit dem Steingeld". Die 7000 Einwohner des entlegenen Eilandes bezahlten nämlich nicht mit Dollar oder Mark (immerhin gehörte die Insel als Kolonie zum deutschen Kaiserreich), sondern mit mühlsteinförmigen Steinmünzen. Das größte Steingeld, das noch heute auf der Insel steht, ist mehr als drei Meter hoch und wird in der Kreissparkasse als Foto in Originalhöhe gezeigt. Von den Steingeldern "normaler" Größe sind etliche in den Vitrinen ausgestellt. Es handelt sich um Leihgaben des Bremer Überseemuseums sowie des Rautenstrauch-Joest-Museums, Köln. Die Numismatiker der Kreissparkasse benötigten einen Gabelstapler, um diese "Münzen" in die Vitrine zu heben…. In Yap ließ man das größere Geld bei einem Besitzwechsel einfach stehen, jeder kannte den neuen Eigentümer. Auch heute noch wird das Steingeld, dessen Ursprung im grauen Dunkel der Mythen und Legenden liegt, gelegentlich verwendet. Insbesondere bei einem Landkauf oder einer Bußzahlung, z.B. nach einem Autounfall mit Personenschaden oder einer Schlägerei, wird Steingeld eingesetzt. Fotos, vor Ort aufgenommen von dem Numismatiker der Kreissparkasse, Thomas Lautz, zeigen die Vielfalt und Menge der Steingelder auf Yap. Das Steingeld ist zwar das gewichtigste, aber keineswegs das einzige Geld der kleinen Insel. In der Ausstellung am Neumarkt können unter anderem zwei Gau, Ketten aus roten Muschelscheiben, bewundert werden, die so selten sind, daß Forscher der Jahrhundertwende sie nicht zu sehen bekamen und ihren Wert mit vielen hundert Goldmark schätzten. Ein Gau war damals der Preis, einen Mörder zu dingen …. In Mikronesien stammen die meisten Geldformen aus der Inselgruppe der Karolinen. Seltsame Schälchen aus Schildpatt und Glasperlen bildeten früher das Geld der Insel Palau. Aber auch die anderen Inselgruppen sind vertreten: Auf den Marshall-Inseln bezahlte man mit Perlmutter-Angelhaken, auf den Gilbert-Inseln mit Delphinzähnen und in Kusaie mit fein gewebten Bändern aus Hibiskusfasern. Fast überall wurden auch Halsketten aus Muschelscheibchen akzeptiert, von denen die Ausstellung prächtige Beispiele zeigt. Die Kreissparkasse schließt mit dieser Ausstellung das Thema "Traditionelle Zahlungsmittel der Südsee", das sie vor zwei Jahren mit "Federgeld und Muschelketten - Traditionelle Zahlungsmittel Melanesiens" begonnen hatte, glanzvoll ab. Auch zu dieser sicher umfassensten Zusammenstellung des Geldwesens von Mikronesien ist eine ausführliche 16-seitige Broschüre mit Farbbildern erschienen, die kostenlos zu beziehen war (inzwischen leider vergriffen, als PDF- Download in Vorbereitung).

Eine vollständige Liste aller "Fenster"- Ausstellungen sowie Links auf Downloads der seit 1954 regelmäßig erschienenen Begleitbroschüren
finden Sie unter "Veröffentlichungen, Themenliste".

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